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Rückenwind für Schiffbau

Branche sieht Chancen beim Ausbau der Offshore-Windenergie

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Nach der Krise setzen die zahlreichen Branchen rund um den maritimen Sektor vor allem auf den Spezialschiffbau – und die Energiewende.

Die Zukunft des deutschen Schiffbaus ist angelaufen. Bei Nordic Yards in Wismar fiel in dieser Woche der Startschuss für den Bau einer Offshore-Stromrichterplattform. Mit dem Brennbeginn einer baugleichen Plattform war schon vor zwei Wochen auf der Tochterwerft in Warnemünde begonnen worden. Beide Anlagen sollen helfen, Offshore-Windparks auf hoher See ans Stromnetz an Land anzubinden. Auftraggeber ist ein Konsortium unter Leitung des Elektrokonzerns Siemens. 2013 sollen beide Stromrichter betriebsbereit sein. Plattform statt Containerschiff – darin sieht Deutschlands maritime Wirtschaft ihre Zukunft.

Trotz des Rekordumsatzes der Seewerften 2010 von 4,7 Milliarden Euro sorgt sich die Branche. Der Auftragsbestand hat sich seit dem Boomjahr 2007 halbiert und reicht – rein rechnerisch – für anderthalb Jahre. Angesichts der langen Vorlaufzeiten im Schiffbau bedeutet dies: Dringend müssen neue Aufträge her. Die Schuld an der Malaise gibt der Schiffbauverband VSM vor allem »Wettbewerbsverzerrungen«. So subventionieren China, Südkorea oder Vietnam massiv, weil sie die Hochtechnologie-Branche als strategische Schlüsselindustrie ansehen. Doch auch Staatswerften in Frankreich und Italien oder Steuervorteile in Spanien ärgert die Branche nicht allein hierzulande.

Allerdings hat sie in den zurückliegenden goldenen Jahren auch träge auf den Wandel reagiert. Statt anspruchsvoller Spezialschiffe schweißte man lieber relativ simple Containerschiffe für den rasant wachsenden Welthandel zusammen. Doch mit der Wirtschaftskrise platzte die Blase. Dazu kamen Qualitätsmängel. So wird die Deutsche Marine die fünf hauptsächlich von ThyssenKrupp Marine Systems gefertigten neuen Korvetten K130, die 2009 wegen technischer Mängel stillgelegt wurden, wohl erst im Herbst in Marsch setzen können.

Indes sehen Analysten der NordLB zumindest die Nordost-Werften auf einem guten Weg. Ein Wandel sei eingeleitet worden.

Dass die Zukunft im Spezialschiffbau und im Windenergiesektor liegt, davon ist auch Heino Bade überzeugt. Der Schiffbauexperte der IG Metall sieht in den Offshore-Feldern eine »Jahrhundert-Chance« für die Küstenregion: Plattformen müssten gebaut werden, aber auch Errichter- und Versorgungsschiffe, Schwimmkräne, Kabelleger und SWATH-Schiffe – diese sind, durch einen Doppelrumpf besonders unempfindlich gegen Seegang, für Wartungsarbeiten an Plattformen besonders geeignet.

Auch die Seehäfen wittern großes Geschäft. Der »Offshore-Hafenatlas«, den der Branchenverband ZDS pünktlich zur Nationalen Maritimen Konferenz ins Internet stellt, soll Betreiber, Hersteller und Zulieferer von Windparks über die Potenziale in deutschen Seehäfen informieren. Auch die stagnierenden Nordost-Häfen von Kiel bis Sassnitz setzen auf Rückenwind aus der Energiewirtschaft. Wie auch die deutschen Reeder, denn sonst sieht es mau aus: Dem Massenguttransport, der sich gerade erst erholt hat, wird in den nächsten Jahren mehr neuer Schiffsraum zulaufen, als der Welthandel benötigt. Überkapazitäten und sinkende Frachtraten dürften die Folge sein.

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