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Ein Sound wie eine Flugzeuglandung

Elf Bands beim 5. Antifee-Festival in Göttingen

Bereits zum fünften Mal startet in Göttingen in knapp zwei Wochen das zweitägige Antifee-Festival. Die studentischen Veranstalter wollen eine »politische Kultur auf dem Campus« etablieren und fördern. Das Festivalangebot richtet sich »nicht nur an Studierende, sondern an alle Interessierten.« An den zwei Festivaltagen gibt es Bands, Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden, Kinderprogramm, Party und mehr.

Der Name des Göttinger Festivals, das am 10. Juni beginnt, ist etwas verwirrend: »Antifee-Festival«. Denn hier geht es nicht gegen Feen und andere Fabelwesen. Auch phonetische Assoziationen mit antifa oder fe für Feminismus führen in die Irre. Gemeint ist schlicht die Negation des englischen Begriffs fee (Abgabe, Gebühr, Beitrag). Es wird also kein Eintritt erhoben. Das Festival steht somit in der Tradition der in den 70er Jahren populären »Umsonst & Draußen« -Festivals.

Unter dem Motto »Feiern für ein selbstbestimmtes Leben« treten an beiden Tagen elf Bands auf. Nur einen Tag nach ihrem Auftritt in Nancy, Frankreich, gastiert das lautstarke Frauenduo Tropy Wife am Samstag ab 21.30 Uhr mit seinem ungestümen Garagen-Rock auf dem Freigelände nördlich des Blauen Turms der Leinestadt.

Nach ihrem fünfwöchigen europäischen Marathon mit über 30 Konzerten in den Niederlanden, in Schweden, Dänemark, Österreich, Tschechien, der Schweiz, Italien und Frankreich ist Göttingen die letzte Station von Tropy Wife aus Philadelphia. Katy Otto am Schlagzeug und Diane Foglizzo an der E-Gitarre singen gemeinsam und spielen eine beherzt-draufgängerische Mischung aus Noise-Rock, Grunge und Postpunk. Ein US-Musikportal verglich ihren musikalischen Sound mit einer Flugzeuglandung, betonte aber die gute Stimmung bei den Konzerten.

Gleich vier Berliner Bands haben die Veranstalter eingeladen: Die Riot-Girls von Respect My Fist, die Elektro-Hip-Hop-Enthusiasten vom Scream Club, die elektronisch unterstützte Eine-Frau-Band Golden Diskó Ship und das Elektropop-Projekt Räuberhöhle. Die 1999 in Berlin gegründete Räuberhöhlen-Crew hat sich auf einen künstlichen Elektro-Sound spezialisiert. Dieser basiert auf Lauten aus Computer- und Konsolenspielen sowie auf elektronischen Kindermusikinstrumenten.

Weitere Künstler sind die Wiener Rapperin und Poetry-Performerin Mieze Medusa, die mit ihrem Partner Tenderboy aus Österreich auftritt und die dänische Sängerin Vibeke Falden, die sich digital von ihrem Laptop begleiten lässt. Das Duo Les Trucs verwendet ebenfalls jede Menge elektronische Gerätschaften für seine Bühnenshow.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Workshops, Vorträgen, Filmen, Diskussionsrunden, Infoständen und Angeboten für Kinder rundet das Wochenende ab. Neben handwerklichen Workshops zu Straßenkunst, setzen sich weitere Angebote mit antimuslimischem Rassismus, Esoterikkritik oder Homophobie in der Fußball-Fankultur auseinander. Ein Film berichtet über Arbeitsmigranten ohne Papiere. Buchautor Andreas Speit referiert über zunehmenden Einfluss weiblicher Funktionärinnen in der NPD. Die Basisgruppe Geschichte betrachtet Studentenverbindungen aus feministischer Sicht. Das Antifee-Festival beginnt am 10. Juni um 16.30 Uhr auf der Rasenfläche zwischen dem Blauen Turm und dem Kreuzbergring. Eintritt wird nicht erhoben.

Infos im Netz: antifee.de/antifee/antifee_wiese

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