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  • Reise
  • 9. ND-Lesergeschichten-Wettbwerb

Angriff auf den Jägerzaun

Susanne Heinke aus Erfurt

Die an der Bahn aufgewachsene 40-Jährige kann von vielen Erlebnissen mit Zügen erzählen.

»Obahofobahofbahnofderdeuschsowätschnfroinschafft« – für uns Bahnhofskinder war es ein riesiges Wortungetüm, das aus den Lautsprechern dröhnte, um die fremden Ankömmlinge aus vollen Zügen zu begrüßen. Wir konnten das Ungetüm mitsprechen, lange bevor wir seinen Sinn verstanden: »Oberhof. Oberhof. Bahnhof der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft« – wobei mir auch heute noch nicht klar ist, was dieser abseits vom Wintersportort im Tal gelegene zweigleisige Bahnhof mit deutsch-sowjetischer Freundschaft zu tun hatte.

Aus der Sowjetunion jedenfalls kamen die Urlauber, die jedes Winterwochenende zu Hunderten aus den vollen Sonderzügen quollen, nicht, sondern aus Leipzig und Halle, aus großen Städten, in denen es nur schmutziggrauen Schneematsch und keinen richtigen Winter gab.

Jeden Samstag und Sonntag gegen zehn Uhr entstiegen sie den doppelstöckigen Waggons: Familien mit Kindern, Onkel und Tanten, Omas und Opas, mit Campingbeuteln vo...


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