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Enttäuscht, aber nicht resigniert

In Spanien bildet sich eine außerparlamentarische Opposition heraus

  • Von Ralf Streck
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Ein Hauch revolutionärer Stimmung ist derzeit in Spanien spürbar, seit die »Empörten« am 15. Mai mit großen Demonstrationen in mehr als 50 Städten aufgetaucht sind. Seit mehr als zwei Wochen trotzen Tausende mit Protestcamps in vielen Städten allen Versuchen, die Menschen »ohne Job, ohne Wohnung, ohne Pension und ohne Angst« zum Schweigen zu bringen. Sie geben damit dem geballten Unmut im Land eine kollektive Stimme. Die Bewegung, die sich in den letzten Wochen entwickelt hat, steht außerhalb von Parteien und Gewerkschaften. Der Glaube an ein System, in dem sich die beiden großen Parteien jeweils an der Macht abwechseln, zerbricht.

Die Platzbesetzungen wirken dabei als Katalysator im Bewusstwerdungsprozess. Die Staatsmacht unterstützt ihn sogar unfreiwillig. Zunächst mit den Räumungen in Madrid und Granada zu Beginn und nun am vergangenen Freitag, als versucht wurde, die Protestcamps im katalanischen Barcelona und Lerida mit Gewalt zu r...


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