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Sozialrebellen und Gangster

Für somalische Clan-Strukturen bietet die allgemein geächtete Piraterie eine Perspektive auf kurzzeitigen Wohlstand

  • Von Ralph Müller
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Piraterie in Somalia changiert zwischen sozialem Banditentum, (Arbeits-)Kampf um ein besseres, ein angemessenes Einkommen für den Sozialverband und dem Verlangen nach dem Wohlstand der westlichen Mittelschicht. Aber mit solchen Schlussfolgerungen muss man vorsichtig sein. Wie im 19. Jahrhundert am Kap Guardafui, dem östlichsten Zipfel Afrikas, stolze Handelsschiffe zerschellten, könnten dort auch westliche Theorien und politische Pläne, Phantasien und Projektionen scheitern, um als Wracks auf den Strand der somalischen Kultur und Gesellschaft geworfen zu werden, wenn man mit ungeeigneten Booten vor Somalia kreuzt.

»Somalia« ist ein Staat, der eigentlich nie existierte – jenes Gebilde am Horn von Afrika, das von 1960 bis 1991 unter diesem Namen firmierte, war ein Produkt der italienisch-britischen Kolonisation, ein Mythos, eine Erfindung von Experten. »Somalia« ist noch nicht einmal ein »failed state«, denn was nicht existiert, kann...


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