Die grüne Welle der Nischenbauer

Kirchentag in Dresden zwischen Volksfest und Zukunftswerkstatt

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Knapp 120 000 Protestanten feiern derzeit in Dresden ihren 33. Kirchentag. Die Mega-Veranstaltung ist Melange aus Volksfest und Volkshochschule, dient den Protestanten aber auch der Selbstvergewisserung in schwierigen Zeiten.

Singen, beten, diskutieren. Die Kirchentagsgemeinde stellt ihrer Zahl nach die Treffen seit 1995 in den Schatten.

Geo-Engineering ist wahrlich kein Straßenfeger-Thema. Zwar sind Überlegungen von Ingenieuren, wie man die aufgeheizte Lufthülle der Erde durch technische Tricks kühlen könnte, im Wortsinn ein heißes Thema. Doch wenn Klimaforscher zu erklären suchen, wie Tausende Tonnen Schwefel in der Atmosphäre verteilt oder das Eismeer mit Eisen gedüngt werden könnte, um Algen zum Wachsen anzuregen, ist Konzentration gefragt. Die Menschen, die an diesem Nachmittag im Kongresszentrum am Dresdner Elbufer sitzen, lassen sich davon nicht abhalten. Hunderte drängen sich im Saal, lauschen ernst den Ideen der Wissenschaftler, spenden Einwänden eines Ethikers höflichen Beifall und reichen Zettel mit Fragen an zwei »Anwälte des Publikums«. Zwei Stunden folgen sie interessiert der Debatte, dann schlendern sie in die Nachmittagssonne. Dort beginnen sie umgehend in dicken Büchlein zu blättern: dem Programmheft des 33. Evangelischen Kirchentags, der bis morgen st...


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