Kirchenschätze – mit Migrationshintergrund

In Halberstadt und Quedlinburg ist derzeit eine ungewöhnliche Mittelalter-Ausstellung zu sehen

  • Von Uwe Kraus, Quedlinburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Eine gemeinsame Sonderausstellung der Kirchenschätze Halberstadt und Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) wird derzeit in den jeweiligen Häusern präsentiert. Das Thema der Ausstellung »Heilig! Fremd?« bezieht sich auf die Herkunft, das Zusammenkommen und die Verwendung von Kirchenschätzen aus aller Welt.

So augenzwinkernd an den Ausstellungstitel »Heilig! Fremd? Kirchenschätze des Mittelalters« der Anhang »mit Migrationshintergrund « angefügt wurde, so provokant klingen die Worte von Klaus Gereon Beuckers. Der zur Präsentation angereiste Experte aus Kiel fühlt sich im Dom St. Stephanus und Sixtus Halberstadt in »wunderbarer Gesellschaft mit den Kirchenvätern«, wenn es ums Fremdsein geht. »Die Triumphkreuzgruppe hinter mir hat ihre Wurzeln in England«, erläutert der Professor.

Kirchenschätze wie die weltweit so bedeutsamen im Nordharz seien keineswegs homogen und gehörten »auch nicht seit Urzeiten zusammen«, erklärt Domkustos Thomas Labusiak von der Domschatzstiftung Halberstadt-Quedlinburg. »Sie stammen aus dem Handel, waren Geschenke – oder Pilgerer brachten sie mit.« Beuckers vergleicht sie mit »Staubsaugern, die alles sammeln und alle Entwicklungen mitnehmen«.

An dieser Art Staubsauger klebt allerdings ziemlich viel Blut. Domk...


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