Die Sparbüchse der Unternehmer

In Thüringen geht es Firmen mit zu vielen Leiharbeitern nun an den Kragen: Das Wirtschaftsministerium will ihnen Förderung streichen

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) will mit einem bundesweit einzigartigen Fördermittelmodell den wachsenden Missbrauch von Zeitarbeit verhindern. Die LINKE plädiert indes auch für ein wirksameres Vergaberecht und Mindestlöhne.

Thüringen ist nach wie vor ostdeutscher Primus in Sachen Arbeitslosigkeit. Die Quote pendelte sich mittlerweile stabil unter zehn Prozent ein, lag im April bei 9,2 Prozent. Doch das Jobwunder hat seine Kehrseite: Von den gut 14 000 neuen Stellen, um die das kleinste ostdeutsche Bundesland von 2009 auf 2010 zulegte, entstanden fast zwei Drittel in Zeitarbeitsfirmen. Allein in Thüringen bieten 416 solcher Firmen ihre Dienste an. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt halten sie insgesamt 27 400 Zeitarbeiter vor.

Offenbar herrscht Goldgräberstimmung in der Leiharbeitsbranche. 20 000 Firmen tummeln sich bundesweit am Markt. Zusammen setzen sie geschätzte 20 Milliarden Euro um. Doch wer sich bei ihnen verdingen muss, bleibt oft weiterhin Kunde der Arbeitsagentur. So auch in Thüringen. Hier verdient nach Statistiken des Erfurter Wirtschaftsministeriums der Leiharbeiter im Schnitt nur 1145 Euro, mithin fast...


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