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Zurück ins Leben

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Wenn ein Buch vom Tod der Mutter erzählt, erwartet den Leser meist eine ernste und tragische Geschichte. John Newman gelingt es jedoch, einen stets heiteren und Mut machenden Ton anzuschlagen, ohne Trauergefühle dabei zu bagatellisieren.

Das kleine Mädchen Anni leidet spürbar unter dem schrecklichen Verlust. Auch ihr Vater und ihre beiden Geschwister haben den fünf Monate zurückliegenden Verkehrsunfall der Mutter noch nicht verarbeitet. Das gesamte Umfeld fasst die Familie mit Samthandschuhen an.

Dennoch: Das Leben der Mitschüler und Nachbarn geht normal weiter; Großeltern und Verwandte wirken darauf ein, dass auch Annis Familie wieder in den Tritt kommt. So wie zuletzt kann es nämlich nicht bleiben: Der Vater verbringt ganze Tage auf dem Sofa, zum Essen gibt es jeden Abend angebrannte Fertig-Pizza, der Garten verwildert und der Hund wird dicker und dicker – weil er ständig Reste von Fertig-Pizza zu fressen bekommt.

Die alltäglichen Pannen, in einfachen Sätzen aus Annis kindlicher Perspektive geschildert, bieten reichlich Stoff für Komik und Slapstick. Darüber hinaus glänzt die Geschichte durch ihre starke Figurenzeichnung: Annis strebsame Schulfreundin Orla, ihre quirlige Tante Astrid oder der sehr zerstreute Freund von Annis Schwester wirken vollkommen real.

In diesem Buch steckt Leben. Und deshalb gelingt auch die positive Botschaft. Weil sie nur beiläufig mitschwingt und sich nicht platt in den Vordergrund drängt.

John Newman, »Anni«, Fischer Schatzinsel, 240 Seiten, 12,95 Euro (ab 8 Jahre)

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