Privater Atomausstieg

In Deutschland ist ein Wechsel des Stromanbieters sehr einfach

Auf der Suche nach einem günstigen oder ökologischen Stromanbieter empfiehlt sich zunächst ein Preisvergleich. Im Internet gibt es verschiedene Stromtarifrechner. Stiftung Warentest empfiehlt in ihrem Test 9/2008 Verivox.de, Tarifvergleich.de, Toptarif.de und Wer-ist-billiger.de. Diese vier Rechner führen die meisten Billigtarife auf. Für einen Vergleich benötigt man den eigenen Jahresverbrauch, der auf der letzten Stromabrechnung vermerkt ist.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Angebote mit Vorauszahlungen und Strompakete, also den Einkauf einer vorab vereinbarten Strommenge, zu meiden. Außerdem sollte keine längere Erstlaufzeit als ein Jahr und danach eine möglichst kurze Kündigungsfrist des neuen Vertrags vereinbart werden.

Die Entscheidung für Ökostrom trägt dazu bei, dass der Anteil an Strom aus Kohle und Atomenergie sinkt und der Anteil aus erneuerbaren Energien steigt. Dies aber nur, wenn man zu einem Anbieter wechselt, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien bezieht. Um die Qualität der Ökotarife zu beurteilen, gibt es verschiedene Ökostrom-Zertifikate und die strengeren Ökostrom-Gütesiegel wie zum Beispiel das »ok power Label« und das »Grüner Strom Label«. Sie garantieren, dass der Stromanbieter auch in den Bau neuer Anlagen investiert.

Die Kampagne »Atomausstieg selber machen«, in der sich alle großen und einige kleinere deutschen Umweltverbände zusammengeschlossen haben, empfiehlt nur konzernunabhängige Ökostromanbieter und legt auf Label keinen besonderen Wert. Konkret schlagen sie den Wechsel zu vier Anbietern vor, die sich seit über zehn Jahren für die Energiewende und gegen Atomkraft einsetzen: Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und naturstrom.

Hat man sich für einen neuen Stromanbieter entschieden, fordert man dort einen Vertrag an. Für das Ausfüllen wird der Name des bisherigen Stromlieferanten bzw. Netzbetreibers, die bisherige Kundennummer und die Stromzählernummer (befindet sich auf dem Gerät und auf der Stromrechnung) benötigt.

Mit bzw. nach der Vertragsunterzeichnung wird der neue Stromanbieter bevollmächtigt, den alten Liefervertrag zu kündigen. Er kümmert sich um alles Weitere. Die Bestätigung über die Vertragskündigung und den neuen Vertragsabschluss kommen dann schriftlich ins Haus. Der Wechsel dauert bis zum Ende des nächsten Kalendermonats.

Technische Arbeiten oder ein neuer Zähler sind nicht erforderlich. Es entstehen keine Wechselgebühren. Sollte der Stromversorger – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr Strom liefern, springt automatisch der lokale Anbieter (Grundversorger) ein. Nach Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist kann man einen neuen Anbieter suchen oder zurück zum alten Stromversorger wechseln.

Bei Fragen hilft die Verbraucherzentrale auch telefonisch weiter. Sie bietet Beratungsunterlagen zum Stromanbieterwechsel und Unterstützung, wenn das Kleingedruckte in den Tarifen und Verträgen unverständlich ist. ND

Ratgeber im Internet:

  • www.atomausstieg-selber-machen.de
  • www.verbraucherzentrale.de
  • www.verivox.de

Kostenlose Ökostrom-Hotline von »Atomausstieg selber machen« mit Beratung: 0800-762 68 52

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