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Schuften für den Genuss Europas

Kinderarbeit auf den Tabakfeldern Malawis, des fünftgrößten Tabakexporteurs der Welt

  • Von Kristin Palitza, Lilongwe
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Malawi ist der fünftgrößte Exporteur von Tabak. Dafür müssen Tausende von Kindern auf den Tabakfeldern schuften. Das ruiniert ihre Gesundheit, die Schule fällt für sie aus. Weltweit müssen etwa 200 Millionen Kinder unter 14 Jahren arbeiten. Darauf soll der Internationale Tag gegen Kinderarbeit aufmerksam machen, der auf Initiative der Internationalen Arbeitsorganisation seit 2002 jährlich am 12. Juni begangen wird.

Mehr als 78 000 Kinder arbeiten auf Malawis Tabakfeldern und sind dabei schwerwiegenden Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Während der Erntesaison kann man überall auf den Tabakfeldern Malawis Kinder antreffen, die die großen grün-gelben Blätter pflücken. Einige sind gerade fünf Jahre alt, mehr als 78 000 sind es laut der internationalen Kinderrechtsorganisation Plan. Sie erhalten durchschnittlich zwölf Eurocents für zwölf Stunden Arbeit. »Die Kinder berühren die Pflanzen mit bloßen Händen und inhalieren den Staub der getrockneten Blätter«, sagt Grace Masanya von Plan Malawi. Viele Kinder leiden an Nikotinvergiftung. Sie nehmen über ihre Haut täglich bis zu 54 Milligramm Nikotin auf, was rund 50 Zigaretten entspricht.

Auch der fünfjährige Olofala hilft mit seinen sechs Geschwistern seinen Eltern. Er lernte schon früh: Erst kommt die Arbeit, dann die Schule. Olofalas Schwester Ethel ist mit zwölf Jahren gerade mal in der dritten Klasse. Sie geht nur selten zur Schule – entweder weil sie auf den Feldern arbeiten muss oder weil sie krank ist. »Ich huste. I...


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