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Stimme der Opposition war ein Fake

US-Amerikaner bekennt sich zu syrischem Blog

Kairo/London (dpa/ND). Eine Zeit galt der Blog als Stimme der syrischen Opposition im Internet, doch dann wuchsen Zweifel, ob das Internettagebuch »A Gay Girl in Damascus« wirklich von einer jungen Oppositionellen geführt wurde. Nun behauptet ein 40-jähriger US-Amerikaner, er habe den Blog verfasst. Dort erschien am Wochenende auch in seinem Namen eine Entschuldigung. Die 25-jährige Amina Abdullah Arraf al-Omari, die als Autorin des Internet-Tagebuchs »A Gay Girl in Damascus« (Ein lesbisches Mädchen in Damaskus), genannt wurde, sei seine Erfindung, erklärte Tom MacMaster. Er ist nach eigenen Angaben verheiratet und studiert derzeit an der Universität Edinburgh.

Er sei wegen seiner politischen Einstellung häufig als antiamerikanisch oder antisemitisch kritisiert worden, erklärte er am Montag der BBC Scotland. »So habe ich einen Namen erfunden, mit dem ich sprechen konnte, um das Augenmerk auf die aktuelle Lage zu richten.« Er hätte sich nie vorgestellt, damit »so viel Aufmerksamkeit zu erregen«, fügte er hinzu.

Die falsche Amina hatte seit Februar in dem Blog über das Leben einer lesbischen Muslimin berichtet und ihren persönlichen Einsatz für die syrische Demokratiebewegung geschildert. Schließlich tauchte die Botschaft einer »Cousine« der angeblichen Bloggerin auf, in der es hieß, Amina sei auf ihrem Weg zu einem Treffen mit anderen Aktivisten von Bewaffneten in Zivil verschleppt worden. Auch der Text der Verwandten stammte demnach von MacMaster.

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