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Handballerinnen fahren zur WM

Im Play-off-Rückspiel der WM-Qualifikation 27:22-Sieg beim Ex-Weltmeister Ungarn

  • Von Frank Kastner, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.
Die deutschen Handballerinnen können zufrieden in den Urlaub fahren: Doch nach dem gewonnenen Alles-oder-Nichts-Spiel in Ungarn stand erst einmal ein Party-Marathon an. Im Dezember geht es nun nach Brasilien zur WM. Olympia 2012 in London ist auch wieder greifbar.

Nach dem wohl wichtigsten Sieg der letzten zehn Jahre enterten die deutschen Handballerinnen die »Piratenbar«. Zuvor hatte die Mannschaft des Dänen Heine Jensen das Paradeschiff des früheren Welt- und Europameisters Ungarn stranden lassen und selbst das WM-Ticket nach Brasilien gelöst. Im entscheidenden Play-off-Rückspiel am Samstag in Györ bestach das Team des Deutschen Handball-Bundes mit einer geschlossenen Teamleistung und siegte überzeugend mit 27:22 (14:12). Das Hinspiel hatte die DHB-Auswahl knapp mit 26:24 gewonnen. Zudem liegt auch wieder der Kurs Richtung London für Olympia 2012 an.

»Das war ein sehr wichtiges Spiel für den deutschen Frauenhandball. Das Schwierigste war, den Spielerinnen wieder den Mut mitzugeben, an sich selbst zu glauben«, sagte der 34-jährige Bundestrainer Jensen. »Wir haben ordentlich gefeiert und den Sieg bis in die Morgenstunden in vollen Zügen genossen.«

Dass der Bundestrainer an diesem Tag auf die Keeperin seines bisherigen Vereins HC Leipzig, Katja Schülke, setzte, bezeichnete er als »Bauchentscheidung«. Doch nach einigen Nachfragen verriet er dann doch seine Taktik: »Es gehörte zur Strategie, dass die Ungarinnen viel von hinten werfen sollten, da hat Katja ihre Stärken. Doch eine Torhüterin ist nur so gut wie ihre Abwehr oder umgekehrt. Diese Synergieeffekte muss man auch nutzen«, betonte Jensen, der völlig fertig war. Barfuß spazierte er durch die Katakomben der Sporthalle »Magvassy Mihaly« und absolvierte so auch die Pressekonferenz.

Torhüterin Katja Schülke sorgte mit insgesamt 20 Paraden für sicheren Rückhalt, und Nadja Nadgornaja vom Double-Gewinner Thüringer HC – mit acht Toren beste deutsche Werferin – traf nervenstark aus dem Rückraum. »Es war richtig toll, was Nadja gezeigt hat«, sagte Jensen und betonte: »Sie hat ihre Leistungen aus der Bundesliga bestätigt. Und das zeigt auch die Stärke des Teams, dass es einer so jungen und international noch unerfahrenen Spielerin vertraut.«

In der »Hölle von Györ« offenbarten die deutschen Frauen die lange vermisste Einheit. »Das Projekt mit der Bundesliga hat exzellent funktioniert. Die Mannschaft hat auf und neben dem Parkett eine klasse Teamleistung geboten«, sagte Kay-Sven Hähner, Manager vom HC Leipzig und stellvertretender Vorsitzender der Handball Bundesliga der Frauen. »Jetzt ist der deutsche Frauenhandball wieder wer«, betonte der Trainer des Bundesligisten Frankfurter HC, Dietmar Schmidt. Der Olympiasieger von 1980 gehörte wie Renate Wolf (Bayer Leverkusen) und Dirk Leun (Buxtehuder SV) zu Jensens neuem Trainerteam.

WM-Qualifikation der Frauen

Europa-Qualifikation (Rückspiele)

*Montenegro - Tschechien 33:26 (Hin 42:26), Türkei - *Niederlande 34:38 (Hin 28:40), Ungarn - *Deutschland 22:27 (Hin 24:26), Serbien - *Kroatien 31:30 (Hin 25:36), Mazedonien - *Spanien 24:21 (Hin 22:37), Slowenien - *Frankreich 20:28 (Hin 19:28), Ukraine - *Island 24:24 (Hin 18:37), *Dänemark - Polen 24:19 (Hin 23:16). * qualifiziert für WM 2011 in Brasilien (3. bis 18. Dezember). Gesetzt: Russland (TV) sowie Norwegen, Schweden und Rumänien (EM-1.-3.) .

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