»Wer't mag, de mag't ...«

Mit einem Masterplan zur Erneuerung: Wiedereröffnung der Großen Kunstschau in Worpswede

  • Von Berit Böhme, Worpswede
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Putz des Künstlerdorfes Worpswede bröckelte in den letzten Jahren zunehmend. Nun herrscht in dem 25 Kilometer nordöstlich von Bremen gelegenen Dorf Aufbruchstimmung. Dank eines millionenschweren »Masterplans« und den Zuwendungen von Stiftungen erfährt die Künstlerkolonie eine umfassende Frischekur. Das Dorf soll zum »Leuchtturm« der Teufelsmoorregion werden. Ende Mai wurde nun die Große Kunstschau Worpswede nach Erweiterungsarbeiten wiedereröffnet.

Kunstschau im Hoetger-Raum

Das aus dem Kaffee Worpswede, der Großen Kunstschau und dem Logierhaus bestehende »Hoetger-Ensemble« versteckt sich in einem kleinen Kiefernwäldchen am Rande des Weyerbergs. Der Architekt, Bildhauer und Grafiker Bernhard Hoetger schuf es 1924 bis 1927. Sein Engagement hatte auch kommerzielle Gründe: Die Ausflügler sollten im Kaffeehaus einkehren, in der Kunstschau Mitbringsel erstehen und im Logierhaus nächtigen.

Die Resonanz war geteilt. »Es ist eine ungeheure Raumverschwendung getrieben mit äußerst geringem Nutzen, und die spielerische Ausschmückung innen und außen erweckt wohl einen lebendigen Eindruck, aber nur auf kurze Dauer«, wetterte 1925 eine Zeitung über das gerade eröffnete Kaffee. Dabei warb schon der plattdeutsche Spruchbalken über dem Eingang für Nachsicht: »Wer't mag, de mag't: und wer't nich mag, de mag't ja woll nich mög'n«.

Die Einheimischen nennen das 2002 restaurierte Gebäude seit jeher »Kaffee Verrückt«. An d...


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