Ein Engel stürzt herab

Der Leipziger Künstler Aris Kalaizis in Greiz

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Greiz ist eine Reise wert. Die »Perle des Vogtlandes«, die am mäandernden Band der Weißen Elster gleich mit zwei Schlössern der einstigen reußischen (nicht preußischen) Fürsten aufwartet, bietet derzeit einen weiteren Reiz. Der Leipziger Aris Kalaizis interveniert mit der Ausstellung »Der doppelte Blick« im Oberen und im Unteren Schloss. Er versucht, in ein Museum, das qua Auftrag historische Gewissheiten verkaufen muss, künstlerisches Infragestellen einzuführen. Interessanter Balanceakt.

Ausgerechnet im früheren Geburtsort und Wohnsitz der letzten Ehefrau des Hohenzollern-Kaisers Wilhelm II., Hermine, inszeniert Kalaizis ein bürgerliches Requiem. Erst bringt er in einer Installation mittels der Kopfbedeckung des Zylinders drei sehr unterschiedliche Träger dieses bedeutungsträchtigen Kleidungsstücks in Verbindung. Sie eint weiterhin, binnen weniger Jahre des 19. Jahrhunderts geboren worden zu sein und die erste Hälfte des 20. gepräg...


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