Baschir lässt die Muskeln spielen

Besetzung in Südsudan ist Faustpfand für Aufteilung der Einnahmen

  • Von Kristin Palitza, Kapstadt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wenige Wochen vor der für den 9. Juli geplanten Unabhängigkeitserklärung Südsudans trifft heute Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Khartum ein. Im Januar hatte Sudans Präsident Omar Hassan Al-Baschir der Welt noch versprochen, die Trennung werde friedlich geschehen. Doch nun erreicht der Nord-Süd-Konflikt einen neuen Höhepunkt. Es geht um die Aufteilung der Öleinnahmen.

USA-Außenministerin Hillary Clinton hat sich am Montag für die Entsendung von UN-Friedenstruppen in die umkämpfte sudanesische Region Abyei ausgesprochen. Sie würde es begrüßen, wenn die verfeindeten Seiten gemeinsam nach äthiopischen Blauhelmen fragen würden. Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Nord- und Südsudan haben wieder Konjunktur. Im Mai war es die zwischen Nord- und Südsudan umstrittene Provinz Abyei, die von der Armee des Nordens besetzt wurde. Inzwischen kam es auch im ölreichen Bundesstaat Süd-Kordofan zu Zusammenstößen, und zuletzt bombardierte der Norden ein Gebiet im südlichen Bundesstaat Al-Wahda (Einheit), wie ein Sprecher der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) klagte.

Beobachter bezweifeln jedoch, dass Al-Baschir einen neuen Bürgerkrieg heraufbeschwören will. Erdölanlagen werden bei Anschlägen bewusst geschont. Die Besetzung der Grenzregion ist demnach sein Unterpfand für wirtschaftliche Verhandlungen im Ra...

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