Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Stadtrat will Auftritte meiden

Chef des Integrationsrates hat 400 rassistische Mails erhalten

Neubrandenburg/Halle (epd/ND). Der aus Senegal stammende Vorsitzende des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, Karamba Diaby, will nach Morddrohungen gegen ihn in der nächsten Zeit öffentliche Auftritte meiden. Wie das Netzwerk »Migranet-MV« am Donnerstag mitteilte, werde der SPD-Politiker aus Halle am Wochenende nicht an einer Konferenz von etwa 40 Migrantenorganisationen und Religionsgemeinschaften in Neubrandenburg teilnehmen. Diesen Beschluss habe er selbst gefasst, so Diaby auf Anfrage.

Der Stadtrat hat nach eigenen Angaben seit Ende Mai etwa 400 Mails bekommen, in denen er rassistisch beleidigt und ihm mit Mord gedroht wurde. Anlass sei das Treffen des Bundesintegrationsrates gewesen, in dem sich die versammelten Landesverbände für eine Verschärfung des Volksverhetzungsparagrafen ausgesprochen haben, erklärte Diaby.

Die Zurückhaltung in den nächsten Wochen bedeute nicht, dass er seine politischen Aufgaben ruhen lasse, so Diaby. In Halle fühle er sich sicher. »Ich kenne diese Art der Anfeindung hier nicht«, sagte er. Er sei zuversichtlich, »dass die Polizei ihre Arbeit macht«. Derzeit liefen Ermittlungen.

Bei der Tagung am Wochenende in Neubrandenburg stehen nach Angaben von »Migranet-MV« aktuelle politische Fragen auf dem Programm. Themen sind unter anderem die Residenzpflicht für Flüchtlinge und das Zusammenleben mit Muslimen. Geplant sind drei Resolutionen zu der dramatischen Lage der Flüchtlinge aus Libyen, der Finanzierung von »Migranet-MV« sowie zur Teilnahme an den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern Anfang September. Kommentar Seite 8

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln