Wenn nur der Augenblick zählt

In Nordrhein-Westfalen werden Museumspädagogen gezielt auf Führungen Demenzkranker vorbereitet

  • Von Beate Depping, dpa
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Kunsterlebnisse können Demenz-Kranken helfen, Erinnerungen abzurufen. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist. Das Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen in Bielefeld koordiniert spezielle Schulungen, mit denen Museumspädagogen auf eine Begleitung Demenzkranker vorbereitet werden sollen.

Bielefeld. »Darf ich mir das mal von Nahem ansehen?«, fragt der ältere Herr mit dem Hut auf dem Kopf. Und bevor noch jemand antworten kann, steigt er über die Absperrung und fährt mit der Hand über das Gemälde. Wer Menschen mit Demenz-Erkrankungen durch eine Kunstausstellung führt, muss auf Überraschungen gefasst sein. Doch der positive Einfluss des Kunstgenusses auf die Patienten ist unbestritten. Und so bieten immer mehr Museen Führungen für Menschen mit Demenzerkrankungen an.

»Jede Führung verläuft anders. Nichts ist vorhersehbar«, sagt Daniel Neugebauer von der Kunsthalle Bielefeld. Seit einem Jahr führt er Demenz-Patienten durch das Haus für Kunst der Gegenwart und der Klassischen Moderne. Die Veranstaltung beginnt mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken, bevor er die Gruppe vor ausgesuchte Werke führt. »Mehr als zwei bis drei Kunstwerke sollten es nicht sein. Sie sollten klare Strukturen haben und nicht zu kleinteilig oder vielges...


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