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Neptun nach 165 Jahren am Rundenziel

STERNE, PLANETEN, MOND UND SONNE: Am Himmel ist Sommer, doch Tage werden im Juli schon eine Stunde kürzer

  • Von Hans-Ulrich Keller
  • Lesedauer: 3 Min.

Der abendliche Sternenhimmel zeigt im Juli nun eindeutig sommerlichen Charakter. Nach Einbruch der Dunkelheit erkennt man hoch im Osten ein Dreieck aus hellen Sternen, das von Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler gebildet wird. Man nennt es das Sommerdreieck. Im Westen strahlt der hell-orange Arktur. Wega und Arktur sind die hellsten Sterne des Nordhimmels. Wega sendet im Unterschied zu Arktur ein weißlich-bläuliches Licht aus, da sie viel heißer als der rötliche Arktur ist. Der Große Wagen ist hoch im Westen zu sehen, er steigt langsam hinab, während weit im Nordosten das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, allmählich aufsteigt.

Der westliche Teil des Firmaments wird noch von den Frühlingsbildern geprägt. Weit im Westen sieht man das große Sternentrapez, das den Rumpf des Löwen bildet, schräg zum Horizont gerichtet. Im Südwesten trifft man auf die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica. Die Jungfrau wurde auch als Göttin Astraea angesehen, die Gerechtigkeitsgöttin. Sie hält eine Waage in der Hand, um die Seelen der jüngst Verstorbenen zu wiegen und damit zu entscheiden, ob sie in den Himmel auffahren dürfen oder in die Unterwelt gestürzt werden.

Der Jungfrau folgt im Tierkreis das Sternbild Waage. Hoch im Süden passiert der Herkules und südlich von ihm der Schlangenträger den Meridian, beides lichtschwache Sternbilder, die nur bei guten Sichtverhältnisse zu erkennen sind.

Saturn ist der einzige helle Planet am Abendhimmel. Er entfernt sich langsam vom Jungfraustern Porrima. Nur im Teleskop kann man seinen frei schwebenden Ring sehen. Am 7. Juli erhält der Ringplanet Besuch vom zunehmenden Halbmond (Grafik: dpa). Unter sehr guten Sichtverhältnissen kann man den sonnennahen Merkur in der ersten Juliwoche eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel erkennen.

In der zweiten Nachthälfte dominiert der hell strahlende Jupiter den Sternenhimmel. Der Riesenplanet hält sich zurzeit im Sternbild Widder auf. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli zieht der abnehmende Halbmond nördlich an Jupiter vorbei.

Venus hat sich vom Morgenhimmel zurückgezogen und bleibt unsichtbar. Mars taucht endlich am Morgenhimmel auf. Eine Stunde vor Sonnenaufgang ist der Rote Planet tief am Nordosthorizont zu erblicken. Mars eilt durch das Sternbild Stier und wandert an dessen Hauptstern Aldebaran am 6. Juli nördlich vorbei.

In vorgerückter Stunde sowie im Spätsommer und Herbst ist auch der sonnenfernste Planet, nämlich Neptun, im Sternbild Wassermann zu beobachten. Der bläuliche Planet ist so lichtschwach, dass er mit bloßen Augen nicht gesehen werden kann. Er wurde erst in der Nacht vom 23. auf den 24. September 1846 von Johann Gottfried Galle und seinem Assistenten Heinrich d'Arrest entdeckt, nach Vorberechnungen von dem Franzosen Urbain J. J. Leverrier und dem Engländer John C. Adams. Am 12. Juli 2011 hat Neptun schließlich seit seiner Entdeckung einen vollen Umlauf um die Sonne zurückgelegt: 165 Jahre ist er dafür immer unterwegs.

Am 1. Juli um 10.54 Uhr ist Neumond. Dabei bedeckt der dunkle Mond die Sonne teilweise, es ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis, die aber nur von Teilen der Antarktis und dem südlichen Eismeer zu beobachten ist. Am 15. Juli um 8.40 Uhr ist Vollmond, wobei sich der hell leuchtende Mond im Sternbild Schütze aufhält. Am 30. Juli kommt unser Nachbar im All um 20.40 Uhr ein zweites Mal in Neumondposition.

Am Nachmittag des 4. Juli geht die Erde durch ihren sonnenfernsten Bahnpunkt. Vom Glutball Sonne trennen uns dann 152 Millionen Kilometer. Das Sonnenlicht erreicht die Erde nach acht Minuten und 27 Sekunden. Die Tageslänge verkürzt sich im Laufe des Monats um eine Stunde, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um fünf Grad ab.

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