Böser Traum

Haruki Murakami: »Nach dem Beben«

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Manche Bücher erhalten nach längerer, andere nach kurzer »Atempause« erneut bestürzende Aktualität. Christa Wolf wird in einem Interview gefragt, ob sie etwas zur Reaktorkatastrophe in Fukushima schreiben wolle. Ihre Antwort lautet: »Was ich zum Thema sagen konnte, habe ich im Störfall gesagt.« Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. In »Störfall« heißt es: »Wieder einmal... hatte das Zeitalter sich ein Vorher und ein Nachher geschaffen.« Segen und Fluch moderner Wissenschaft und Technik gelangen durch Maßlosigkeit (»Gier, Gier, Gier«) an Grenzen der Selbstzerstörung. Die »Nachrichten eines Tages« vermischen die sich überstürzenden »Bildfolgen« der Hirnoperation des Bruders und der Reaktorkatastrophe. Am Ende heißt es: »Ich habe den Fernseher ausgeschaltet ... Ich habe auf die Nachtgeräusche gehört, ein verschlafenes Hundebellen, zum erstenmal in diesem Jahr die Frösche ...«

Vor wenigen Jahren lasen wir das Buch »Nach dem Bebe...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.