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Am Ostrand des nord-südlichen Meeres

Ausstellung Otto Niemeyer-Holstein in der Kunsthalle Rostock

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Otto Niemeyer-Holstein, Angeschwemmtes Wrack, 1964

In seinen Bildern durchdringen sich die Gegensätze. Sie tauchen auf wie die Sonne aus dem Morgennebel und sinken herab wie trockene Blätter, die im Herbstwind zu Boden gehen. Beides zugleich – immer in einer einzigen Bewegung.

Diffusion, Osmose – solche Begriffe aus der Welt der Pflanzenphysiologe fallen mir dabei ein. Es gibt südliche Maler und es gibt nördliche – doch Otto Niemeyer-Holstein ist der nord-südliche Maler schlechthin, die meiste Zeit an der Ostsee lebend. Auf der Leinwand verbinden sich das Leichte wie das Schwere, gesteigerte Farbigkeit und fast monochromatische Enthaltsamkeit, Flächen, die jede Linie auflösen – bis zu dem Punkt, da es sich umkehrt und die Linie wie eine lange verborgene Bestimmung der Fläche plötzlich in den Hintergrund tritt.

In diesen Bildern verwandelt sich die Welt in einen Garten, vollziehen sich Absterben und Geburt zugleich. Jede Blüte ein Kampf ums Licht, jede Frucht ein Abschiedsgeschenk...


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