Unentwegte, stumme Gespräche

Georg Wyland-Herzfelde ist in Zürich gestorben

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Straße, in der er lebte, führt zum Zürichsee. Eine stille, noble Gegend, vom Großstadtverkehr weit genug entfernt. Er saß, hochgewachsen, hager, sehnig, in seiner hellen, geräumigen Wohnung und erzählte von seinem Vater. Man fragte ihn jetzt ziemlich oft, denn er hatte ein Buch geschrieben, die Geschichte seiner ersten 24 Jahre, die Geschichte seiner Familie. Ringsum, an den Wänden, die Bilder von George Grosz. Seinen Vornamen hatte er von ihm, denn Grosz war der beste Freund des Vaters. Er ist ja groß geworden unter lauter Berühmten. John Heartfield war sein Onkel, und die Frau, die er als Tante Grete kannte, war die Frau des Schriftstellers F. C. Weiskopf. Andere, Ernst Bloch oder Oskar Maria Graf, kamen später dazu. Er war dabei, wenn sie sich mit dem Vater unterhielten und diskutierten, denn er war nie der Kleine, dem die Welt der Erwachsenen verschlossen blieb. Der Vater, Schriftsteller, Malik-Verleger und Kommunist (der sein ...


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