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Leistungsschau und Schutzengel

Nicht nur die Schüler haben in dieser Woche ihre Zeugnisse bekommen, auch für die Bundestagsabgeordneten aus Berlin schlug die Stunde der Wahrheit. Das Online-Portal abgeordnetenwatch.de verteilte Noten für das Antwortverhalten der Volksvertreter. Die 23 Berliner haben nur durchschnittlich abgeschnitten.

Bürgermeister-Kandidatin Renate Künast (Grüne) bekam eine glatte Fünf, da sie nur 18 der 86 an sie gerichteten Fragen beantwortete. Doch wer demnächst eine Millionen-Metropole regieren will, sollte die Ohren für Wählersorgen öffnen. Musterschüler ist Gregor Gysi (LINKE). Die Höchstnote hat er sich hart erarbeitet, denn obwohl er der am häufigsten befragte Politiker des Bundestags ist, beantwortete er 383 von 402 Fragen. Daran sollten sich die Schlusslichter der Gruppe ein Beispiel nehmen: Holger Krestel (FDP) schaffte es nicht einmal, auf die eine an ihn gerichtete Frage zu reagieren, und auch Wolfgang Thierse (SPD) schwieg sich beharrlich aus. Sechs, setzen!

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Vorbildlichen Einsatz zum Wohle der Bürger zeigte hingegen Tom Schreiber, Sprecher für Verfassungsschutz der SPD. Beim Christopher Street Day trat er als Schutzengel auf – so jedenfalls muss er der Familie vorgekommen sein, die er von einem pöbelnden Betrunkenen befreite. Wegen seiner Schirmherrschaft für einen der Umzugswagen war Schneider ganz in strahlendes Weiß gekleidet. Er nahm den Mann, der noch seine Bierflasche in der Hand hielt, am Arm und führte ihn auf die andere Straßenseite. Der Betrunkene starrte ihn an, als sehe er eine Erscheinung. Und ging dann brav seiner Wege.

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