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»Es kann noch zu einem weiteren Prozess kommen«

ND-Gespräch mit Siegried Blunk, Untersuchungsrichter beim Völkermord-Tribunal in Kambodscha

Der vor einer Woche begonnene Prozess gegen vier Hauptverantwortliche des Rote-Khmer-Regimes vor dem internationalen Völkermord-Tribunal in Kambodscha wird aller Voraussicht nach nicht das letzte Gerichtsverfahren sein, das der Aufarbeitung der Verbrechen zwischen 1975 und 1979 dient, so der deutsche Untersuchungsrichter Siegfried Blunk gegenüber ND. Mit ihm sprach Robert Luchs.

Siegfried Blunk

ND: Ginge es nach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dann würden vor dem internationalen Völkermord-Tribunal in Phnom Penh über das jetzt begonnene zweite Hauptverfahren hinaus weitere Prozesse geführt. Dazu wird es nach Lage der Dinge kaum kommen, da – wie verlautet – die politische Einflussnahme in Kambodscha zu groß sei. Wie ist Ihre Einschätzung?
Blunk: Die Ermittlungen im Fall 3 wurden nur vorläufig eingestellt, aber nicht endgültig abgeschlossen, so dass es durchaus noch zu einer Anklage und nachfolgendem Prozess kommen kann. Im Fall 4 dauern die Ermittlungen an und werden zügig durchgeführt; so habe ich kürzlich in einem 300 Kilometer entfernten Landesteil Kambodschas hochrangige Zeugen vernommen, u.a. einen General in seinem Hauptquartier und einen Parlamentsabgeordneten, der sich übrigens ausdrücklich bei der Europäischen Union für die Unterstützung des Tribunals bedankt hat. Irgendwelche politische Einflussnahmen hat es zumindest...


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