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Eckiges Multitalent

Linda Bresonik sucht einen neuen Verein

  • Von Jana Lange und Alexander Sarter, SID
  • Lesedauer: 2 Min.

Linda Bresonik hat ihren Arbeitsplatz in der Nationalmannschaft auf der rechten Abwehrseite sicher – doch wo sie nach der Weltmeisterschaft spielen wird, bleibt ungewiss. Weil sie ihren Vertrag beim FCR Duisburg zum 30. Juni vorzeitig gekündigt hatte, steht das Multitalent bei der Heim-WM im Schaufenster. »Es lagen schon vor der WM Angebote vor, aber ich werde mich erst nach dem Turnier entscheiden«, erklärte Bresonik. Somit bleibt sie vorerst Angestellte des FCR. »Da bis zum 30. Juni nicht die in einer Klausel festgeschriebene Ablösesumme an uns überwiesen wurde, bleibt ihr Vertrag bis Juli 2012 juristisch gesehen bestehen«, sagte FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann.

Wohin die Reise gehen könnte, ist also offen. Doch die 27 Jahre alte Essenerin hat angedeutet, dass die ganz große geografische Veränderung eher nicht infrage kommt: »Ich bin ja nicht mehr die Jüngste und sehr heimatbezogen.« Das Interesse an einer Spielerin ihres Formats dürfte groß sein. Denn die 1,75 m große UEFA-Cup-Siegerin von 2009 verfügt nicht nur über eine hervorragende Technik – sie ist außerdem die große Allrounderin in der deutschen Elf. Bundestrainerin Silvia Neid setzte Bresonik erst als linke Außenverteidigerin, dann im defensiven Mittelfeld, nun rechts in der Abwehrkette ein. Dank ihrer Übersicht hat Bresonik auch das Zeug zur Spielmacherin.

Heiß begehrt waren ihre Dienste nicht immer. Bei der WM 2003 reiste sie nach einer Verletzung nach Hause. Der DFB zahlte Bresonik nur ein Drittel der WM-Prämie, mit 19 Jahren schien das Karriereende im DFB-Trikot nach nur 20 Einsätzen besiegelt. Hinzu kamen Schicksalsschläge. Ein Jahr später starb Bresoniks Mutter, es folgte die öffentliche Ausschlachtung ihrer Trennung von Mitspielerin Inka Grings. »Die Eckige«, wie Bresonik sich mal bezeichnete, eckte an und zog ihre Lehren daraus. »Man lernt dazu.« Gereift fand sie 2007 den Weg zurück in die Nationalelf und strebt den Titel-Hattrick an.

Über die Verwendung der 60 000 Euro Prämie im Falle des Titelgewinns hat sich die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau bereits Gedanken gemacht. Entweder das Geld anlegen, nach einer Immobilie suchen oder an der eigenen Selbstständigkeit feilen: »Eigentlich habe ich keine Ahnung, aber wenn ich jetzt was sagen sollte, wäre das ein Hundesalon. Es ist kein fester Plan, sondern ein kleiner Traum.«

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