Olympia wird größer und reicher

Das IOC nimmt zwölf Wettbewerbe ins Winterprogramm auf und verkauft die TV-Rechte teuer

  • Von Gerd Holzbach, SID
  • Lesedauer: 2 Min.

Der alte Männerorden gibt sich trendy. Nie zuvor in der Geschichte der Olympischen Winterspiele seit ihrer Premiere 1924 in Chamonix gab es eine derart hohe Zuwachsrate an neuen Wettbewerben und Entscheidungen wie vor Sotschi 2014. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) beschloss vor der am Mittwoch anstehenden Vergabe der Winterspiele 2018 in Durban die Aufnahme von zwölf neuen Wettbewerben. Damit gibt es im Vergleich zu den 86 Goldmedaillen von Vancouver 2010 bei den nächsten Winterspielen 98.

»Wir folgen einem neuen Trend. Er hat uns auch veranlasst, 2010 die ersten olympischen Jugendspiele einzuführen. Wir sind sehr erfreut über die neu aufgenommenen Sportarten«, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge, dessen Organisation mehr auf der Höhe der Zeit scheint, als es der deutsche Wintersport 2010 in Vancouver war: In den 20 Wettbewerben, die seit 1992 neu im Programm sind, gewann das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Vancouver keine einzige Medaille. Dieser Trend könnte sich in zehn der 12 neuen Disziplinen fortsetzen, denn nur zwei betreffen starke deutsche Sportarten.

Schon im April hatte das IOC in London dem Skispringen der Frauen den Weg zu Olympia geebnet sowie Ski-Halfpipe bei Männern und Frauen, den Mixed-Wettbewerb der Biathleten, die Rodel-Staffel und den Eiskunstlauf-Teamwettbewerb aufgenommen. Für Sotschi kommen nun noch einmal drei neue Disziplinen jeweils für Männer und Frauen hinzu. Laut IOC-Präsident Rogge handelt es sich dabei um Slopestyle bei Ski- und Snowboardfahrern und den Snowboard-Parallelslalom. Der alpine Mannschaftswettbewerb, seit 2005 im WM-Programm, wurde erneut nicht in Betracht gezogen.

Schwerer tut sich das IOC mit der Reform des Sommersportprogramms. Während 2012 in London wie zuletzt 2008 in Peking 302 Entscheidungen im Programm stehen, wurden für Rio de Janeiro 2016 Golf und Rugby jeweils für Männer und Frauen in den Kreis der dann 28 Sportarten aufgenommen.

Derweil kann sich das IOC über frisches Geld freuen, denn in Durban wurden neue Fernsehverträge unterzeichnet. ARD und ZDF bleiben demnach die deutschen Olympiasender. Sie kauften die Rechte der Spiele 2014 und 2016 für geschätzte 110 Millionen Euro. Der südkoreanische Sender SBS sicherte sich sogar die Übertragungen bis 2024. Die langfristige Einigung soll Pyeongchangs Chancen bei der Wahl heute nochmals verbessern.

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