»Die Scharmützel sind extrem gefährlich«

Wolf-Christian Paes: Nach der Unabhängigkeit müssen die ungelösten Fragen zwischen Nord und Süd geklärt werden

Am Samstag erlangt Südsudan offiziell seine Unabhängigkeit. Dann wird die halbautonome Regierung von Präsident Salva Kiir, die aus der Rebellenarmee SPLA hervorging, die Amtsgeschäfte voll übernehmen. Der 54. Staat Afrikas wird eine Ausdehnung von 619 745 Quadratkilometern haben und ist damit etwa so groß wie Spanien und Portugal zusammen.

Wolf-Christian Paes arbeitet beim Internationalen Konversionszentrum in Bonn (BICC). Das BICC arbeitet in Südsudan am Aufbau von Institutionen, die Frieden und Sicherheit stärken sollen. Paes ist Berater der Südsudanesischen Kommission für Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration in der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Über die Lage Südsudans vor der Staatsgründung sprach mit ihm Martin Ling.

Die Freude über die baldige Unabhängigkeit in Südsudan ist groß — Kinder proben eine Tanzaufführung für die Feier.

ND: Am 9. Juli feiert Südsudan feiert seine formale Unabhängigkeit. Derweil haben im Konflikt um die Grenzregion Süd-Kordofan die südsudanesischen Streitkräfte dem Norden mit Krieg gedroht. Die Zukunft der Provinz Abyei, die die Nordstaatler im Mai besetzten, ist ebenfalls ungewiss. Wie gefährlich sind diese Scharmützel?
Paes: Die Scharmützel sind extrem gefährlich. Sie sind darauf zurückzuführen, dass eine Reihe von Fragen noch ihrer Lösung harren, die bis zum Auslaufen des umfassenden Friedensabkommens am Samstag hätten gelöst werden sollen. Da geht es vor allem um den Status von drei sogenannten Übergangsgebieten – neben dem ölreichen Süd-Kordofan ist auch die Zugehörigkeit von Abyei und Blauer Nil umstritten. Das Risiko eines neuen Krieges ist sehr, sehr groß, wenn diese Probleme weiter nicht gelöst werden. Es gibt jedoch leichte Entspannung: Ende Juni wurde zwischen Nord und Süd ein Abkommen zur Demilitarisierung der Grenzregion geschlossen und es gibt eine gewisse Hoffnung, dass eine neue zusätzliche UN-Mission diese Grenze überwachen und zur Entspannung der Lage beitragen wird. Ein richtiges und wichtiges Signal zur Staatsgründung, das Zeit verschafft, um danach in einem Verhandlungsprozess zu klären, wie diese drei Regionen in der Zukunft verwaltet werden.

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