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NATO will Tod von Zivilisten prüfen

Unbeteiligte Afghanen starben bei Einsatz

Die NATO hat eine Untersuchung zum Tod von sechs Zivilisten angekündigt, die bei einem NATO-Einsatz in der ostafghanischen Provinz Chost getötet worden sein sollen.

Kabul (Agenturen/ND). Die internationalen Truppen nähmen alle Anschuldigungen zum Tod von Zivilisten »ernst«, erklärte die NATO-Truppe ISAF am Freitag. Sie werde daher eine »lückenlose Bewertung« des Einsatzes vornehmen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte zuvor bereits eine Untersuchung des NATO-Einsatzes durch die örtlichen Behörden angeordnet.

Nach Angaben der Provinzregierung wurden bei dem Einsatz am Donnerstag sechs Zivilisten getötet, unter ihnen auch ein elfjähriges Mädchen. Die NATO-Truppe ISAF habe auf der Grundlage »falscher Informationen« eine Razzia in einem Vorort der Provinzhauptstadt Chost vorgenommen, sagte ein Sprecher. Die ISAF hatte zunächst erklärt, sechs bewaffnete Mitglieder des Hakkani-Netzwerks getötet zu haben; ein Zivilist sei dabei verletzt worden.

Erst vor einer Woche hatte die ISAF eingestanden, bei einem Angriff auf Aufständische in Chost versehentlich auch mehrere Mitglieder einer Familie getötet zu haben. Nach Angaben örtlicher Behörden kamen 13 Zivilisten bei dem Einsatz ums Leben.

Die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan hatte im ersten Halbjahr 2011 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) wurden 15 Prozent mehr Zivilisten als im Vorjahreszeitraum getötet. Für 80 Prozent der 1462 Todesfälle waren demnach die Aufständischen verantwortlich, für 14 Prozent die NATO und die afghanische Armee.

Unterdessen hat der angekündigte Truppenabzug der USA aus Afghanistan begonnen. Rund 650 US-Soldaten, die in der Provinz Parwan nordwestlich von Kabul stationiert waren, verließen das Land bereits am Mittwoch und werden nicht durch neue Truppen ersetzt, wie die US-Armee am Freitag mitteilte. Armeesprecher Michael Wunn sagte, es handele sich um den ersten ersatzlosen Abzug von US-Truppen seit der Ankündung von Präsident Barack Obama Ende Juni zum geplanten schrittweisen Abzug. Obama hatte angekündigt, ab Juli bis zum Jahresende etwa 10 000 der derzeit rund 99 000 US-Soldaten abziehen zu wollen. Bis zum Sommer 2012 sollen insgesamt 33 000 US-Soldaten abgezogen werden. Bis 2014 sollen alle ausländischen Soldaten das Land verlassen haben.

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