Friederike Habermann 20.07.2011 / Bewegung

Der Traum von einer anderen Welt

Man sollte den Gipfelprotesten nicht nachtrauern – es gibt gute Gründe, sich weniger auf Großereignisse zu konzentrieren

Zehn Jahre nach den Großdemonstrationen gegen den G8-Gipfel in Italien ist es ruhig geworden um die globalen Gipfel. Das als Schwäche der Bewegung zu sehen, wäre aber verkürzt.

Als »chilenische Nacht« gingen die Stunden vom 21. auf den 22. Juli 2001 in Genua in die Geschichte ein. Die italienische Polizei stürmte zwei Schulen, und schlug auf Schlafende ein, dass Boden und Wände am nächsten Tag rot von Blut waren. In den Krankenhäusern wurde weitergeprügelt, in den Gefängnissen sowieso. Auch im schwedischen Göteborg bei den Protesten gegen den EU-Gipfel gut einen Monat zuvor war bereits scharf geschossen und waren mehrere Demonstranten getroffen worden, zum Teil lebensgefährlich.

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