Lesen Sie am Dienstag im »nd«

Kurden

Der normalisierte Ausnahmezustand

Seit dem Putsch im letzten Jahr inhaftiert der türkische Staat massenhaft Menschen, vor allem Kurden. Mit allerlei Schikanen werden die Inhaftierten drangsaliert. Sie werden in fern entlegene Gefängnisse verlegt und in Abwesenheit verurteilt. Insbesondere Frauen müssen unter den harten Haftbedingungen leiden. Das Einzelschicksal von Ergin Aktas soll die Öffentlichkeit aufrütteln.

Die Wahl im Saarland

Drei westdeutsche Landtage werden 2017 gewählt. Eine Koalition, die auf einen Machtwechsel bei der Bundestagswahl hätte verweisen können, hatte sich am ehesten an der Saar erwarten lassen. Was kam dazwischen? Was bedeutet das Ergebnis mit Blick auf Berlin? Und was passiert jetzt in Saarbrücken?

TTIP spaltet Donald Trumps Administration

Ende Januar beerdigte US-Präsident Donald Trump in seiner typischen America-First-Manier das transpazifische Freihandelsabkommen TPP. Doch was mit dem geplanten TTIP-Abkommen zwischen USA und der EU geschieht, bleibt offen. »Es gibt in seinem Kabinett einige, die mit TTIP weitermachen wollen«, erzählt die US-Aktivistin Melinda St. Louis, die das Abkommen ablehnt – aber nicht aus fremdenfeindlichen, isolationistischen Gründen, wie so manch einer in Trumps Team.

Eingemauerte Erinnerungen

Zwei Kölner Filmemacher haben die Dokumentation »Salonika – eine Stadt mit Amnesie« produziert. Der zwölfminütige Film will die Geschichte der Muslime und Juden in Thessaloniki aufarbeiten, die das Leben der Stadt bis 1942 prägten. Vor allem das Schicksal der Grabsteine des von den Nazis aufgelösten jüdischen Friedhofes steht im Fokus. Dessen Überreste finden sich heute unter anderem in Mauern von Häusern und öffentlichen Treppen wieder. Max Geilke und Mario Forth haben seit 2012 an dem Projekt gearbeitet und sammeln im Moment Spenden für eine Langfassung.

Millionen Chilenen fordern ein faires Rentensystem

Chile hat die größten landesweiten Proteste seit dem Ende der Diktatur von Augusto Pinochet (1973- 1990) erlebt: Etwa zwei Millionen Menschen forderten jetzt auf Demonstrationen in mehr als 60 Städten nachdrücklich das Aus für ein privatisiertes, anti-solidarisches Rentensystem und eine fairere Lastenteilung. Die Reformpläne von Präsidentin Michelle Bachelet, so die Gewerkschaften, seien unzureichend.

»Es geht um unsere Souveränität«

14 frankophone Länder Afrikas haben den an den Euro gekoppelten Franc CFA als Währung. »Weil die Währung stark ist, sind unsere Exporte nicht wettbewerbsfähig und wir importieren viel zu viel, weil ausländische Güter dadurch relativ billig sind. Dies ist auch ein Hindernis für eine Industrialisierung der westafrikanischen Länder«, sagt der senegalesische Wirtschaftswissenschaftler Ndongo Samba Sylla. Die Diskussion über die Loslösung des bereits 1945 eingeführten Franc CFA ist in Gang. »Die Diskussion wird auch von den Panafrikanisten getragen. Sie sagen – und es ist neben den wirtschaftlichen Argumenten, ein wichtiger Punkt gegen den Franc CFA – dass die Afrikaner ihr Schicksal selber in der Hand nehmen sollten. Im Ausschuss der Währungspolitik der Zentralbank für den Franc CFA sitzt ein Vertreter Frankreichs. Und das wollen wir nicht mehr. Es geht um unsere Souveränität.«

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken

Bisher haben 14 Leser diesen Artikel in ihrer Favoritenliste empfohlen.