03.12.2016

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Die Arbeiterklasse marschiert in...
Die Arbeiterklasse marschiert in Janesville, Wisconsin, am 29. März 2016

Working Class Hass

Der weiße Arbeiter ist kein hoffnungsloser Fall: Im letzten Jahrhundert kämpften in den USA Gewerkschafts- und Bürgerrechtsbewegungen noch häufig Seite an Seite. Doch die Wahl des rechtsextremen Milliardärs Trump zum Präsidenten war für viele eine bewusste, unsolidarische Entscheidung mit dem Ziel, den eigenen Status zu sichern und zur weißen und patriarchalen Vorherrschaft zurückzukehren.

Am richtigen Ort

Zwei junge Männer fliehen aus ihren Heimatländern vor Krieg und Terror. Sie sind allein unterwegs, ihre Familien haben sie zurückgelassen. Beide landen in Berlin und versuchen auf ihre Art in der neuen Heimat anzukommen. Der eine schreibt Gedichte, melancholisch, fast verzweifelt sind seine Worte, aber sie geben ihm Mut, um in der neuen Situation klarzukommen. Der andere schießt Fotos, erst von Demonstrationen in Syrien, dann Alltagsszenen, die die Hoffnung in sich tragen, dass alles irgendwann wieder normal sein wird. Im kommenden Jahr veröffentlicht Mohammad einen Kalender mit den Eindrücken aus seiner Heimatstadt Amouda.

Lederer: Kultur ist kein Orchideenthema

Der Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei Klaus Lederer will als künftiger Kultursenator »die Gehälter, die Entlohnung, die Bezahlung aus öffentlichen Mitteln für die Leitung großer Kulturinstitutionen offenlegen«, sagte er im nd-Interview. Den Plan verglich er mit der Offenlegung von Managergehältern in kommunalen Unternehmen vor zehn Jahren unter einer rot-roten Koalition. »Da gab es gleich den Aufschrei, wir würden eine Neiddebatte lostreten«, sagte Lederer. »Heute kräht kein Hahn mehr danach.«

Mehr als eine Eigenschaft

Wie passt das zusammen? Man kann Mitglied in einer Rockband wie Deep Purple und gleichzeitig großer Heino-Fan sein. Das geht, Ritchie Blackmore ist das passiert. Wer sich darüber wundert, ist einem interessanten psychologischen Phänomen aufgesessen, dem sogenannten »Halo-Effekt«. Die meisten Menschen ordnen unterbewusst, obwohl ihnen nur wenige positive oder negative Eigenschaften einer Person bekannt sind, dieser weitere positive oder negative Wesensmerkmale zu, ohne dafür konkrete Anhaltspunkte zu haben. Das kann einerseits zu witziger Verblüffung führen, wie im Fall Blackmore oder aber in handfeste, über Generationen tradierte, Ressentiments münden.

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