Proteste in Belarus dauern an

Urteile gegen einstige Präsidentschaftskandidaten bestätigt

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Jetzt sind sie rechtsgültig, die hohen Haftstrafen gegen mehrere belarussische Präsidentschaftskandidaten und ihre Helfer, die sich nach den Präsidentenwahlen im Dezember wegen Anstiftung zu öffentlichem Aufruhr verantworten mussten.

Dieser Tage bestätigte der Oberste Gerichtshof die Urteile. Die Proteste gegen Präsident Alexander Lukaschenko, der die Zehn-Millionen-Republik seit 1994 regiert, gehen dennoch weiter. Obwohl in der Hauptstadt Minsk inzwischen sogar Klatschen verboten ist.

Mit Händeklatschen, sonst aber schweigend und ohne Spruchbänder, gehen in Großstädten seit Anfang Juni Jugendliche, die auf politische Reformen drängen, jeden Mittwochabend auf die Straße. Die Polizei löst den stummen Protest stets auf, nimmt Teilnehmer fest und kassiert hohe Bußgelder.

Lukaschenko wird offenbar nervös. Denn ihm geht das Geld aus, mit dem er bisher bescheidene Wohltaten finanzierte und einen Großteil der Bevölkerung für sich einnahm. Um eine Staatspleite abzuwenden, hat er nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Zwar würde der Verkauf von Staatsbetrieben an russische Unternehmen, wor...


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