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Selbstkritik

Kommentar von Haidy Damm

Zum Start des Internetportals zur Lebensmittelkennzeichnung hagelte es Kritik. Diesmal insbesondere von Seiten der Wirtschaft, die Unternehmen in ihrer Existenz bedroht sieht, wenn deren Produkte öffentlich kritisiert werden. Mitten in den Reihen der Kritiker: die Gewerkschaft NGG. Eine ganze Branche und ihre Beschäftigte würden angegriffen, so ihr Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg. Doch warum? Was ist falsch daran zu monieren, dass Firmen etwa mit dem Schriftzug »regional« werben, obwohl das lediglich besagt, dass einer der vielen Produktionsschritte tatsächlich in der beworbenen Region stattfindet? Stattdessen wäre es angebracht, dass sich die Beschäftigten selbst kritisch mit den Produkten auseinandersetzen, die sie herstellen. Und ihre Gewerkschaften täten gut daran, sich nicht kritiklos hinter die Unternehmensforderungen stellen. Egal, was sie sich davon für später versprechen.

In einem Punkt jedoch ist Möllenberg zuzustimmen: Effektive Kontrollen und klare Kennzeichnungsregeln liegen im Aufgabenbereich von Ministerin Ilse Aigner. Bisher ist sie in diesen Punkten untätig geblieben. Allerdings hat auch hier die Lobby der Lebensmittelindustrie gemauert. Schließlich haben sie klare Produktbezeichnungen wie »Analogkäse« oder »Schinkenimitat« verhindert und nicht die Verbraucherschützer.

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