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Betty Heidlers Ziel: »Die 80 vor dem Komma«

Bei deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende in Kassel denken alle an die WM

Die deutschen Leichtathleten erwartet am Wochenende mit den 111. deutschen Meisterschaften in Kassel eine »doppelte Prüfung«: Zum einen geht es im sanierten Auestadion um die Meistertitel in insgesamt 40 Entscheidungen der Männer und Frauen, zum anderen fünf Wochen vor den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) um weitere WM-Startplätze.

Bislang haben in den in Kassel auf dem Meisterschaftsprogramm stehenden 34 Einzeldisziplinen jeweils 14 Männer und Frauen die für das WM-Ticket erforderliche A-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes erfüllt. Fünf Männer und acht Frauen schafften die schwächere B-Norm.

In Kassel wird es also ein tüchtiges Gerangel um die WM-Plätze geben. »Ich hoffe«, so DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen, »dass möglichst viele Athleten, die bislang einmalig nur die B-Norm geschafft haben, hier die A-Norm nachliefern«. Gegenwärtig gibt es, so rechnet Kurschilgen vor, insgesamt 42 A-Normerfüller, so dass mit den Staffeln das WM-Aufgebot mehr als 60 Athleten umfassen dürfte. Nominiert wird am Montag. Nachzügler haben noch eine letzte Chance bis zum 14. August.

Zu den Topfavoriten der Titelkämpfe gehören die Speerwurf-Europarekordhalterin (70,20 m) und zweifache Vizeweltmeisterin Christina Obergföll (Offenburg) und die mit 79,42 m neue Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler (Frankfurt/Main). »Man versucht jedes Jahr aufs Neue, die Feinstruktur zu verbessern. Das ist mir in diesem Jahr besonders gut gelungen«, erklärt Heidler ihre momentane Topform. »Ein neues Ziel ist jetzt die 80 vor dem Komma.« Schafft sie das schon in Kassel?

Duelle der Weltklasse kündigen sich im Weitsprung mit Europameister und Titelverteidiger Christian Reif (Ludwigshafen) und Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer (Hamburg) sowie im Kugelstoßen mit dem 33-jährigen EM-Dritten Ralf Bartels (Neubrandenburg) und dem 13 Jahre jüngeren David Storl (Chemnitz) an. Schon viermal hat Storl den Altmeister besiegt. In der Jahresbestenliste liegt der U20-Weltrekordler mit 21,03 m vor Bartels (20,58 m). Kommt es in Kassel im »Duell der Generationen« zur Wachablösung?

Auch der Diskuswurf mit Weltmeister Robert Harting (Berlin), Martin Wiering (Magdeburg) und Markus Münch (Pinneberg) – allesamt A-Normerfüller – verspricht viel, zumal Harting eine Weite über 69 m anpeilt. Mit zuletzt 14 Siegen in Folge ist seine Favoritenstellung eindeutig.

Ein besonderer »Fall« ist der Stabhochsprung, bei dem mit der neuen deutschen Rekordhalterin Martina Strutz (Hagenow/4,78 m), Silke Spiegelburg (Leverkusen/ 4,75 m), Carolin Hingst (Mainz/ 4,60 m) und Kristina Gadschiew (Zweibrücken/4,55 m) gleich vier die A-Norm (4,55 m) erfüllt haben. Fünfte im Bunde ist Anna Battke (Mainz/4,50 m) mit gemeisterter B-Norm. Spannung pur – denn nach den WM-Regeln dürfen nur maximal drei an den WM-Start gehen.

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