»Notvernichtung« im Fall Brunner

Kohls Kanzleramt ließ offenbar alle BND-Akten über Eichmanns »rechte Hand«, den Nazi-Massenmörder Alois Brunner, vernichten

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat überraschend Akteneinsicht im Fall des SS-Hauptsturmführers Alois Brunner gewährt. Brunner war die rechte Hand von Adolf Eichmann und damit einer der wichtigsten Organisatoren des Holocaust. Seit Jahrzehnten besteht der Verdacht, dass Brunner für die Organisation Gehlen und den späteren BND gearbeitet hat, zumindest aber vom deutschen Auslandsgeheimdienst geschützt wurde.

27. Januar 2011, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Zufall oder nicht – an diesem Tag schrieb der Bundestagsabgeordnete Jan Korte (LINKE) an Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU). Seit Jahren schon hatte sich Korte, so wie Historiker und Journalisten, vergeblich um die Freigabe von Akten bemüht, die die tiefbraune Herkunft des deutschen Auslandsgeheimdienstes erhellen. Die Regierung hatte versprochen, zu prüfen, ob im Kanzleramt Akten vorhanden sind.

Geraume Zeit später fragte der Parlamentarier nach Re...

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