Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

»Schnelles Handeln« gegen den Hunger

Geberkonferenz in Rom / Deutschland verdoppelt Soforthilfe / Luftbrücke nach Ostafrika vor dem Start

Eindringliche Appelle und neue Zusagen: UN-Vertreter und Politiker haben bei einer Krisenkonferenz am Montag in Rom zu schneller Hilfe für die Hungernden in Ostafrika aufgerufen.

Rom/Genf/Berlin (epd/ND). »Schnelles Handeln« ist angesichts der Hungerkatastrophe in Ostafrika geboten und auch noch möglich. »Wir brauchen eine globale Mobilisierung gegen den Hunger am Horn von Afrika«, sagte der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire. Es gehe »um Leben und Tod«, sagte er und ergänzte mit Blick auf die Zukunft: »Wir können nicht weitermachen wie bisher, denn wir haben es versäumt, die weltweite Ernährungssicherheit zu garantieren.«

Deutschland verdoppelte seine Soforthilfe für die Notleidenden auf 30 Millionen Euro. Das Welternährungsprogramm (WFP) der UNO baut eine Luftbrücke für 2,2 Millionen Hungernde im Süden Somalias auf, der unter Kontrolle der islamistischen Al-Schabaab-Miliz steht. »Das WFP steht in den Startlöchern«, sagte die Sprecherin des Berliner WFP-Büros, Katharina Weltecke, der Agentur epd.

An diesem Dienstag wird ein erster Hilfsflug mit 84 Tonnen Fertignahrung in der somalischen Hauptstadt Mogadischu erwartet. Laut Weltecke ist aber noch nicht klar, wie die Hilfsgüter in den Süden gelangen sollen. »Das ist die große Frage«, betonte sie. Über die Arbeit der UN-Hilfswerke verhandele das UN-Büro zur Koordination humanitärer Hilfe mit den örtlichen Machthabern.

In Ostafrika sind insgesamt elf Millionen Menschen von Hunger bedroht. Am schlimmsten ist die Situation im Bürgerkriegsland Somalia. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte, in den vergangenen zehn Tagen habe die Staatengemeinschaft ihre Zusagen um 200 Millionen auf knapp eine Milliarde US-Dollar erhöht. Bis Jahresende sei eine weitere Milliarde Dollar zusätzlich erforderlich.

Die Weltbank stellte 500 Millionen US-Dollar (350 Millionen Euro) an langfristigen Hilfen für die Landwirtschaft in Ostafrika bereit. Neben der Soforthilfe habe die internationale Gemeinschaft auch Verantwortung, Vorsorge zu treffen, damit solche schweren Hungersnöte nicht mehr auftreten, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick.

Die Deutsche Welthungerhilfe begrüßte das zweigleisige Krisenprogramm der internationalen Gemeinschaft aus akuter Nothilfe und langfristiger Unterstützung. »Das Programm ist da, jetzt müssen schnell die Mittel fließen«, forderte Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann. »Die Krise ist chronisch.« Notwendig sei auch politischer Druck in Somalia.

Auch die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) plädierte für langfristige Bemühungen um politische Stabilität in Afrika. »Wir müssen Frieden schaffen, um Leben zu retten und die Grundlagen für Ernährungssicherheit zu legen«, sagte FAO-Chef Jacques Diouf. Die eintägige Konferenz war auf Vorschlag Frankreichs einberufen worden, das den Vorsitz in der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) innehat.

In Kenia verschlimmert sich nach Angaben des Lutherischen Weltbundes (LWB) die Lage von Zehntausenden Hungerflüchtlingen aus Somalia weiter. Die Menschen warteten in Dadaab vor den Toren des völlig überfüllten Flüchtlingscamps der Welt, sagte der Direktor des LWB-Weltdienstes, Eberhard Hitzler (58), in Genf. »Diese verzweifelten Männer, Frauen und Kinder satt zu bekommen ist unsere größte Herausforderung.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln