Endstation »Bordo Poniente«

Das harte Los der Müllarbeiter auf einer Deponie am Rande von Mexiko-Stadt

  • Von Astrid Schäfers, Nezahualcoyotl
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Mexikos größte Mülldeponie sollte eigentlich längst geschlossen sein. Doch bis heute betreibt die lokale Müllmafia das einträgliche Geschäft – auf dem Rücken der bitterarmen Müllsammler und Mülltrenner.

Müll, so weit das Auge blickt – die Deponie in Mexikos Vorort Nezahualcoyotl

Man hört Glöckchen klingeln. Das Geräusch kommt von einer kleinen, mit Müll beladenen Kutsche. Lazaro steigt von seinem Wagen und nimmt von den Bewohnern Müll entgegen. Meist geben sie ihm dafür ein kleines Trinkgeld.

Es ist neun Uhr, ein Morgen wie jeder andere in Nezahualcoyotl. Der arme, eine Million Einwohner zählende Vorort von Mexiko-Stadt ist von Drogenhandel und Mafias aller Art geprägt. Und in Neza, wie der lange indigene Name hier abgekürzt wird, versteckt die 20-Millionen-Metropole den größten Teil ihres Mülls.

Giftige Stoffe im Grundwasser

Schon 2008 sollte die riesige Mülldeponie »Bordo Poniente« geschlossen werden, weil sie aus allen Nähten platzte und dort häufig Brände ausgebrochen waren, die nur schwer in den Griff zu kriegen waren. Im September 2009 war sie nach schweren Regenfällen überflutet worden, so dass Chemikalien und andere schädliche Stoffe ins Grundwasser gelangten. Im November vergangenen Jahres k...


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