Taxifahrerstreik in ganz Griechenland

Chauffeure wehren sich mit ihrem Ausstand gegen die Aufhebung der Lizenzpflicht

  • Von Anke Stefan, Athen
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Taxilizenzen gelten in Griechenland als »Wertpapier«. Durch ein Gesetz könnte sich das nun ändern. Dagegen aber setzen sich die Betroffenen zur Wehr.

Kostas, Elektroingenieur und beruflich viel mit dem Auto unterwegs, findet es gut, wenn die Taxifahrer streiken. »Dann sind die Straßen in Athen endlich mal frei.« Anderen Autofahrern dürfte es ähnlich gehen. Denn mehr als 10 000 Taxen schleichen gewöhnlich im Schneckentempo auf Kundensuche durch die griechische Hauptstadt, halten plötzlich mitten auf der Straße an, um jemanden aus- oder einsteigen zu lassen, und verschlimmern durch ihr Fahrverhalten das Verkehrschaos.

Seit zweieinhalb Wochen ist das anders. Mit einem unbefristeten Streik wehren sich die größtenteils selbstständigen Taxifahrer Griechenlands gegen ein Gesetz, durch das die Lizenzpflicht für ihren Berufsstand weitgehend aufgehoben werden soll. Da neue Lizenzen seit Jahrzehnten kaum noch vergeben wurden, war ein solches Papier bisher über 100 000 Euro wert. Geld, das sich viele geliehen hatten – im festen Glauben daran, das Dokument bei Erreichen des Rentenalters ver...


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