»Ein Aufrührer für Demokratie«

Die Hausdurchsuchung beim Jenaer Pfarrer Lothar König weckt Erinnerungen

Am frühen Mittwochmorgen durchsuchte die sächsische Polizei die Wohnung und das Dienstzimmer des Jugendpfarrers Lothar König im thüringischen Jena. Der Vorwurf: »aufwieglerischer Landfriedensbruch« im Zusammenhang mit den Anti-Nazidemonstrationen am 19. Februar in Dresden. MARKUS DRESCHER sprach für ND mit DAVID BEGRICH über das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden.

David Begrich ist Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. in Magdeburg.

ND: Dem Jugendpfarrer Lothar König wird vorgeworfen, er habe während der Proteste gegen den alljährlichen Naziaufmarsch in Dresden aus einem Lautsprecherwagen heraus dazu aufgerufen, die Polizei mit Steinen zu bewerfen. Sie kennen Herrn König schon sehr lange, können Sie sich einen derartigen Gewaltaufruf vorstellen?
Begrich: Die knappe Antwort lautet: Nein. Die längere Antwort lautet: Lothar König gehört zu den wichtigsten Impulsgebern der DDR-Opposition und der offenen Jugendarbeit der Evangelischen Kirche. Dieses Engagement für Jugendliche hat er über die Wendezeit hinaus fortgeführt, und er hat sich sehr intensiv mit Friedenspädagogik und Pazifismus beschäftigt. Ich bin absolut davon überzeugt, dass die Vorwürfe gegen Lothar König haltlos sind.

Die Staatsanwaltschaft Dresden scheint sich ihrer Vorwürfe ziemlich sicher zu sein. Immerhin rückte die sächsische Polizei zur Hausdurchsuchung in ein anderes Bundesland ein.
Es steht mir ...

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