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Familienfreundlichkeit ist Trumpf: Das erkennen auch immer mehr Unternehmen aus Berlin

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Erwerbstätig mit Kind: Wirtschaftssenator Wolf im Kreise junger Mütter ND-
Erwerbstätig mit Kind: Wirtschaftssenator Wolf im Kreise junger Mütter ND-

»Im verschärften Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte werden jene Standorte die Nase vorn haben, wo Politik und Wirtschaft gemeinsam familienfreundliche Strategien umsetzen«, davon ist Harald Wolf (LINKE) überzeugt. Am Donnerstag besuchte der Wirtschaftssenator mit einem Tross Journalisten drei Berliner Unternehmen, die in puncto Familienfreundlichkeit als Aushängeschilder gelten können.

Erste Station der Tour ist ein Industriekomplex in Zehlendorf. Hier produziert das Familienunternehmen »Knauer« Hochleistungsflüssigkeitschromatografen. Die Anwendungsbereiche der Geräte seien vielfältig, berichtet Inhaberin Alexandra Knauer, sie reichen von Blutanalysen für Dopingtests bis zur Qualitätskontrolle beim Orangensaft. Die Atmosphäre im Betrieb wirkt freundlich: Statt eines Toilettenschildes gibt es ein von Mitarbeitern bemaltes Stück Leinwand, zur Besprechung wird in den »Segelklub« geladen. Auch ansonsten gibt man sich bemüht, dass sich die 110 Mitarbeiter möglichst wohlfühlen. Über die Hälfte der Mitarbeiter seien Spezialisten, deshalb versuche man die Fluktuation möglichst gering zu halten, erzählt Knauer. Dieses Ziel soll durch eine ganze Palette von Maßnahmen erreicht werden: Kostenlose Sportkurse und eine arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge werden ergänzt durch Zuschüsse zur Kinderbetreuung. In Notfällen können die Mitarbeiter auf ein besonderes Angebot zurückgreifen. Es steht ein großer Pool von Freiwilligen zur Verfügung, die sich bei Bedarf um die Kinder ihrer Kollegen kümmern. »Eine Mail genügt«, berichtet Werkstattleiter Müller. Spielzimmer und Garten mit Schaukel stehen dafür zur Verfügung.

In Marienfelde haben sich mehrere mittelständische Unternehmen in einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie betreiben eine gemeinsame Kita in der zur Zeit fast sechzig Kindern betreut werden. Der Glasverarbeitungsbetrieb »Bartelt & Sohn« ist seit 1999 am Standort tätig. In dem Ausbildungsbetrieb mit 120 Angestellten werden Mitarbeiter mit Kindern bei der Urlaubsplanung bevorzugt behandelt. In Notlagen hilft der Betrieb auch mit zinsfreien Kleinkrediten aus. Auf dem jährlichen Sommerfest und in der betriebseigenen Fußballmannschaft können sich die Mitarbeiter und ihre Familien näher kennen lernen. Deutlich unterrepräsentiert im Betrieb sind Frauen. Sie stellen lediglich zwölf Prozent der Belegschaft.

Anders sieht das Bild beim Unternehmen am dritten und letzen Stopp aus. »Projektron« ist einer der führenden Entwickler von Projektmanagementsoftware in Deutschland. Der Anteil von Frauen in Führungsposition liegt deutlich über 50 Prozent und somit wesentlich höher als branchenüblich. Ermöglicht wird dies etwa durch individuelle Teilzeitmodelle, die Geschäftsführer Maik Dorl in seinem Unternehmen etabliert hat. Der Mitgründer hat selbst zwei Kinder. Hiervon hat auch Claudia Kedor profitiert: Sie war die erste von inzwischen 60 Angestellten. Für die Geburt ihrer beiden Söhne Flynn und Luis hat sich die Marketingleiterin jeweils ein Jahr Mutterzeit genommen. Im Herbst 2011 wird sie an ihre alte Position zurückkehren. Ihr ist es wichtig, ihren Kindern zu vermitteln, dass Arbeit nicht etwas ist, was Mama die Zeit wegnehme, sondern dass »Arbeit etwas ist, was Mama Spaß macht«. Ganz auf ihre Arbeit verzichten muss Kedor nicht, bei Firmenveranstaltungen werden auch werdende Mütter und Väter weiterhin einbezogen. Regelmäßig den »Server checken« wird auch Kollegin Claudia Klemmt. Die Grenze zwischen Freizeit und Arbeitsleben verschwimmt mitunter.

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