50 Jahre Mauerbau

Es galt, aus der Not eine Tugend zu entwickeln

Egon Bahr über beidseitige Niederlagen, notwendiges Umdenken und die Politik der Entspannung

Er ist von der rechten zur linken Seite gewechselt. Oder von der linken zur rechten? Es kommt auf den Standpunkt des Besuchers des Willy-Brandt-Hauses an. Egon Bahr ist umgezogen, hat sein Büro nunmehr im anderen Flügel des Hauptquartiers der SPD in Berlin. Dort trafen sich zum Gespräch mit dem einstigen Architekten der Neuen Ost- und Entspannungspolitik Karlen Vesper und Jürgen Reents.

ND: Professor Bahr, wie wichtig ist der 13. August 2011?
Prof. Bahr: Der 13. August 1961 war bis 1989 der tiefste Einschnitt in der deutschen Nachkriegsgeschichte. In Westberlin haben wir diesen Tag als die größte Niederlage des Westens empfunden. Unsere Hilflosigkeit manifestierte sich in zwei Akten: Der erste war die große Kundgebung vor dem Schöneberger Rathaus am 16. August, der zweite Brandts Brief an Kennedy, in dem er den mächtigsten Mann der Welt ganz ungebührlich zu einer »Aktion« aufforderte. Die Mauer markierte zugleich den Beginn eines Umdenkens, das später Neue Ostpolitik oder Entspannungspolitik genannt wurde und die Rechte der Alliierten langsam aushöhlte.

Das ist die historische Bedeutung. Aber wie wichtig ist das Datum heute noch? Menschen erinnern sich lieber an das Ende eines Unglücks als an dessen Beginn.
Das ist richtig. Ich kann es heute Jugendlichen nicht verübeln, wenn der 13. August ihnen fern und merkwürdig ...

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