Urwald ohne Menschen?

Indigene Völker drohen beim Klimaschutz die Verlierer zu werden

  • Von Michael Lenz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wälder gelten als Kohlenstoffspeicher. Deshalb setzt ein internationales Klimaschutzprogramm auf die Erhaltung der Wälder. Nicht selten werden dabei allerdings die dort lebenden Indigenen aus ihrer Heimat vertrieben.

Dipaepho ist ein alter Mann von 83 Jahren. Naw He Mui Wingwittcha ist eine 38-jährige Frau. Beide gehören zum Volk der Karen, die auf beiden Seiten der Grenze zwischen Myanmar und Thailand siedeln. 2008 wurden die beiden von einem Gericht in Thailand wegen ihres »Beitrags zur globalen Erwärmung« zu Haft- und Geldstrafen verurteilt.

Die »kriminelle« Tat der beiden bestand darin, zu tun, was die Karen seit Jahrhunderten tun: sie betrieben Wanderfeldbau. Die Felder, oft angelegt durch Brandrodung, werden dabei für einen bestimmten Zeitraum genutzt und anschließend aufgegeben. Damit soll in Zeiten des Klimawandels nach Ansicht der thailändischen Behörden Schluss sein.

Immer häufiger werden indigene Völker in Thailand und anderen asiatischen Ländern im Namen des Kampfes gegen den Klimawandel gezwungen, ihren Lebensstil aufzugeben, aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben. »Die kollektiven Rechte der indigenen Völker werden zunehmend ver...


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