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Für meine Oma war ich in Norwegen ...

Der Krieg gegen den Terror greift Seelen an – auch die deutscher Soldaten

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Seit Ende 2001 ist die Bundeswehr als Instrument deutscher NATO-Bündnispolitik aktiv einbezogen in den Kampf gegen den Terrorismus. Vor allem bei Operationen im Rahmen von »Activ Endeavour«, »Enduring Freedom« und innerhalb der Schutztruppe für Afghanistan, kurz ISAF, erfüllen deutsche Soldaten ihre Pflicht, die kaum noch etwas gemein hat mit den im Grundgesetz formulierten Aufgaben der Landesverteidigung.

Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, in die bereits über 250 000 mal Soldaten geschickt wurden, starben nach offiziellen Angaben 107. Allein im Afghanistan-Einsatz, den die jeweils herrschenden Regierungen aus SPD, Grünen, Union und FDP bis vor kurzem noch nicht als Krieg bezeichneten, kamen mehr als 50 deutsche Soldaten um. Über jene, die auf der gegnerischen Seite oder – wie es immer häufiger geschieht – als unschuldige Zivilisten sterben, führt niemand eine Statistik.

Obwohl die Soldaten auf die aktuellen Lebensbedingungen in den Einsatzländern vorbereitet werden, sieht die Wirklichkeit anders aus. Töten und die Gefahr, getötet zu werden, lässt sich eben nicht simulieren. Im Einsatzland selbst herrscht permanenter Stress. Schon die normale Ausrüstung – Splitterschutzweste, Gefechtshelm, eine stets griff- und schussbereite Waffe – lassen eigene Verletzlichkeit spüren. Hinzu kommt die Konfrontation mit Entbehrung, Verwüstung, alltäglicher Gewalt und eigener Hilflosigkeit und Angst. Die Folge: permanenter Stress. Er kann in eine Posttraumatische Belastungsstörung münden. Die zerstört Menschen, viele auf Dauer. Doch nicht nur Soldaten leiden. Auch Angehörige, Frauen, Kinder, Eltern sind seelisch betroffen.

Zudem ist die Akzeptanz der Bevölkerung für den Krieg am Hindukusch geringer denn je. 70 Prozent befürworten einen sofortigen Bundeswehr-Abzug. In ihrer Sammlung von Kriegsheimkehrer-Erinnerungen (Fackelträger-Verlag) zitiert Ute Susanne Werner einen 1980 Geborenen: »Meiner Oma habe ich gesagt, ich bin in Norwegen. Ich habe ihr Briefe geschrieben, die ich meinem Vater mit ins Cuvert legte. Er hat sie dann immer weitergegeben... Sie hätte die Wahrheit nicht verkraftet. Sie hat es nie erfahren. Ihr Bruder ist im Krieg gefallen, vor Stalingrad. Ihr Mann war auch im Krieg. Das hätte sie nicht verstanden. Sie hat immer zu mir gesagt: ›Lass dich nie irgendwohin schicken.‹« René Heilig

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