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Zentralrat der Sinti und Roma verurteilt Schändung von Denkmal

Magdeburg/Heidelberg (epd/ND). Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat die Schändung des Magdeburger Mahnmals für Opfer der Minderheit scharf verurteilt. Diese erneute, offensichtlich rechtsextremistisch motivierte Tat sei Ausdruck von tiefer Menschenverachtung, erklärte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose am Freitag in Heidelberg. Der aktuelle Fall mache deutlich, dass zum Schutz und Erhalt der demokratischen Grundwerte weiterhin Wachsamkeit geboten sei.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Dienstag das Mahnmal in der Magdeburger Innenstadt auf einer Länge von drei Metern mit schwarzer Farbe beschmiert. Aufgesprüht war der Schriftzug »Volk ohne Nation. Schande!«. Die 1998 in der Nähe des Doms aufgestellte Plastik war das erste Denkmal, das in den ostdeutschen Bundesländern für die im Nationalsozialismus verfolgte Minderheit errichtet wurde.

Rose warnte zudem vor einem »Rechtsruck« in Europa. Mehr als 66 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft würden rechte Kräfte, die Minderheiten gezielt als Sündenböcke benutzten, immer mehr an Boden gewinnen.

Erst eine Woche zuvor hatten Unbekannte in Magdeburg ein Mahnmal für ermordete antifaschistische Widerstandskämpfer und das Mahnmal für die Alte Jüdische Synagoge unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage sagte, lägen in allen drei Fällen noch keine Hinweise auf die Täter vor.

In Magdeburg erinnert seit 2009 am nordwestlichen Stadtrand eine zweite Gedenkstätte an Frauen, Männer und Kinder der Minderheit, die von Nationalsozialisten nach der Schließung eines sogenannten Zigeunerlagers 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt wurden. Zur Enthüllung der Denkmale war Rose jeweils nach Magdeburg gekommen.

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