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Forscher: Welt kriegerischer geworden

Friedensforscher sind sich einig: Die Reaktionen auf die Terroranschläge vom 11. September haben die Welt kriegerischer gemacht.

Frankfurt am Main (epd/ND). Der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush ausgerufene »Krieg gegen den Terror« hat Wissenschaftlern zufolge die Welt nicht friedlicher gemacht. Im Gegenteil hätten die von den USA angeführten Kriege in Afghanistan und im Irak zu unzähligen Toten geführt, sagte der Mitherausgeber des Friedensgutachtens der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Bruno Schoch. Nach einem kurzfristigen militärischen Erfolg habe es an Konzepten zum Wiederaufbau gefehlt.

Die durch die US-Interventionen ausgelöste Gewalt im Irak und in Afghanistan sowie die gigantischen Kosten der Kriege hätten Bushs Anspruch zerstört, dass die USA die einzige globale Führungsmacht seien, die die Welt nach ihrem Vorbild formen könne, sagte Schoch. Die schockierenden Bilder vom US-Gefängnis Abu Ghraib in Bagdad, von Guantánamo auf Kuba und der ungebändigten Gewalt in den Kriegsländern hätten das Ansehen der Vereinigten Staaten und des Westens in der Welt nachhaltig beschädigt. In den westlichen Ländern selbst habe die Anwendung von Folter wie bei US-Verhören ein rechtsstaatliches Tabu gebrochen.

Das Netzwerk Al Kaida ist nach Schochs Einschätzung inzwischen ziemlich hart getroffen. Die Terrororganisation ist nach Schochs Erklärung aufgrund von »Globalisierungsblockaden« im Nahen Osten entstanden. Die gewaltsame Unterdrückung von Freiheitsrechten habe Terrorismus als Widerstandsform und die Moscheen als Mobilisierungsorte entstehen lassen.

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