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Streik in Spanien geht weiter

In der spanischen Fußballliga ruht weiterhin der Ball. »Der Streik wird auch am zweiten Spieltag fortgesetzt«, kündigte Luis Gil, Direktor der Spielergewerkschaft AFE, nach neuerlichen Verhandlungen mit der Profiliga LFP am Montag an. Am vergangenen Wochenende war der Saisonstart der Primera División bereits abgesagt worden.

Die AFE fordert einen besseren Schutz für die Gehälter der Spieler, da nach Angaben der Spielergewerkschaft die Klubs in der vergangenen Saison rund 50 Millionen Euro nicht an die Spieler ausgezahlt haben. Insgesamt seien über 200 von ihnen betroffen.

Neidische Blicke richten die erfolgsverwöhnten spanischen Fußballfans auf die deutsche, englische oder französische Liga, wo bereits längst wieder gespielt wird. Im Land des Welt- und Europameisters müssen sich die Anhänger noch Geduld üben – wie lange, das kann noch niemand abschätzen.

Bereits ein erstes Treffen am vergangenen Mittwoch war ergebnislos verlaufen. Am Freitag war der letzte Einigungsversuch gescheitert, sodass der Auftaktspieltag abgesagt wurde. »Die Standpunkte liegen noch weit auseinander, aber wir werden weiterarbeiten, um eine Lösung zu finden«, erklärte Gil.

Einen Durchbruch gab es auch bei den gestrigen Verhandlungen nicht, da gravierende strukturelle Probleme keine einfachen Lösungen bieten. Die Klubs der Eliteklasse sind mit insgesamt vier Milliarden Euro hochverschuldet. Barca und Real schöpfen den Rahm der TV-Einnahmen ab. Die kleineren Klubs schauen in die Röhre. Ein Solidarprinzip bei den Fernseheinnahmen wie in der Bundesliga gibt es nicht.

Die LFP soll den Spielern in der vergangenen Woche einen Notfall-Fonds von 40 Millionen Euro angeboten haben, der AFE war dies aber zu wenig. »Alle Spieler stehen hinter dem Streik. Ich kann versichern, dass nicht gespielt wird«, hatte Weltmeister-Torhüter Iker Casillas von Real Madrid gesagt.

Spaniens Trainer unterstützen die Profis der ersten und zweiten Liga bei dem Streik »bedingungslos«. Sie hatten die Forderungen der Spieler als »überwältigend gerecht und von dringender Notwendigkeit« bezeichnet. Zudem müssen auch immer mehr Trainer und Physiotherapeuten auf ihre Gehälter warten.

Die Verhandlungsführer von Liga und Gewerkschaft sind nun gefordert. Die Zeit drängt, da es aufgrund der im kommenden Sommer anstehenden EM in Polen und der Ukraine kaum Nachholtermine gibt. SID/ND

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