Werbung

Freispruch nach 96 Jahren?

Neues über Joe Hill

  • Von Thomas Grossman
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Joan Baez, Pete Seeger und Paul Robeson interpretierten den Song: »I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night«. Er handelt von dem Wanderarbeiter, Gewerkschaftsaktivisten und Singer/Songwriter Joe Hill, der 1902 aus Schweden in die USA eingewandert war und 1915 im Bundesstaat Utah hingerichtet wurde, weil man ihm den Mord an einem Geschäftsinhaber und dessen Sohn anlastete.

Dass Joe Hill gar nicht der Mörder war, sondern für seine Gewerkschaftsaktivitäten und zahlreichen politischen Lieder sterben musste, wurde schon lange vermutet. Wie die »New York Times« (Sonnabend) berichtet, ist jetzt ein Buch erschienen, in dem dies mit vielen Fakten untermauert wird: »The Man Who Never Died« von William M. Adler (Verlag Bloomsbury).

Ein Hauptbeweis der Anklage war damals, dass Hill in der Mordnacht selbst eine Schusswunde am Oberkörper erlitten hatte. Man behauptete, er hätte die Wunde durch einen Schuss des späteren Mordopfers davongetragen. Obwohl er generell seine Unschuld beschwor, schwieg der Angeklagte zu dieser Anschuldigung. Buchautor Adler präsentiert nun einen Brief der Geliebten Joe Hills, Hilda Erickson, aus dem Jahre 1949. Darin schreibt sie, dass Hill von ihrem ehemaligen Verlobten angeschossen worden sei.

Außerdem beschäftigt sich das Buch mit einem anderen Tatverdächtigen, der in der Tatnacht verhaftet worden war: Frank Z. Wilson. Obwohl dieser sich in seinen Aussagen widersprach, ließ man ihn laufen. Frank Z. Wilson wurde im Laufe seines Lebens unter verschiedenen Decknamen mehrmals für begangene Raubzüge verhaftet und angeklagt. Weiter, so William M. Adler, griff die Staatsanwaltschaft auf präparierte Zeugen zurück, die aussagten, sie hätten Joe Hill in der Mordnacht in der Nähe des Tatorts gesehen.

Ähnlich wie viele andere Historiker vor ihm erklärte nun Gibbs M. Smith, Autor einer US-amerikanischen Joe-Hill-Biografie, der »New York Times«: »Unter heutigen Anforderungen an einen Prozess wäre Joe Hill wohl niemals verurteilt und exekutiert worden.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!