In Nikolassee kann FDP noch hoffen

Das »Problem Westerwelle« ist nur ein kleiner Teil des ganzen liberalen Unglücks

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Einst waren die Außenminister der Freien Liberalen eine feste Bank für ihre Partei. Scheel – ein Großer. Genscher – ein Gigant. Kinkel – na ja. Doch selbst der bot nicht so ein Trauerspiel wie der jetzige Amtsinhaber Guido Westerwelle. Sagt man weithin und schiebt ihm jetzt die Schuld für allerlei Debakel der FDP in die auch dafür viel zu kleinen Schuhe.

Nikolassee – hier kann man durchatmen. Hier verwöhnt viel natürliches Grün die Augen. An umzäunten Villen bröckelt kein Putz. Nikolassee ist ein Hort der Ruhe, des Reichtums und – der FDP. In dem Berliner Ortsteil von Steglitz-Zehlendorf gibt es sogar noch Bürger, die zugeben, dass sie bei den in knapp zwei Wochen anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus ein Kreuz bei der FDP machen könnten. Beim letzten Urnengang vergab sogar jeder Fünfte seine Stimme an die Liberalen.

Den Begriff »Urnengang« mag man bei der Berliner FDP derzeit gar nicht so gern. Auch weil der in Bezug auf die Liberalen schon etwas sehr nach Friedhof klingt. Selbst der Vizevorsitzende der Berliner FDP-Fraktion, Klaus-Peter von Lüdecke, bekennt öffentlich, dass er nach dem Stimmauszählen am 18. September durchaus wieder arbeiten gehen müssen könnte.

Lüdecke ist Marketingberater. Davon hat die FDP in Berlin wie im Bund gerade ziemlich viele. Die meisten sind selbs...


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