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Der Strenge

Alexander Ankwab (58) wurde zum Präsidenten Abchasiens gewählt

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Alexander Ankwab heißt der klare Sieger der Präsidentenwahl, die am vergangenen Freitag in der Republik Abchasien stattfand. Und es ficht ihn mitnichten an, dass der NATO-Generalsekretär, die EU-Außenbeauftragte und die Regierung Georgiens diese Wahl »illegitim« nennen. Ankwab beruft sich auf die Stimmen von 55 Prozent der Wähler in seiner Republik – und auf die fortdauernde »allseitige Unterstützung Russlands«, die ihm dessen Präsident Dmitri Medwedjew bereits zugesichert hat.

Ankwab ist nach Wladislaw Ardsinba (1994-2005) und Sergej Bagapsch (2005-2011) der dritte Präsident der Schwarzmeerregion, die zu Zeiten der Sowjetunion als Autonome Sowjetrepublik zur Georgischen SSR gehörte, sich 1992 zum souveränen Staat erklärte und im Gefolge des Kaukasuskrieges 2008 von Russland als unabhängig anerkannt wurde. Lediglich Nicaragua, Venezuela und der Pazifikstaat Nauru sind diesem Schritt bisher gefolgt.

Wenngleich Russland die Hälfte des abchasischen Staatshaushalts bestreitet und mit 5000 Militärs die äußere Sicherheit der kleinen Republik und ihrer rund 240 000 Einwohnern garantiert – in den Wahlkampf mischte es sich diesmal nicht ein. Das war auch nicht nötig, denn an der »strategischen Partnerschaft« mit dem großen Nachbarn wollte und konnte keiner der drei Kandidaten rütteln, weder Ministerpräsident Sergej Schamba noch Raul Chadschimba, auch er schon einmal Regierungschef, noch Alexander Ankwab.

Geboren am 26. Dezember 1952 in Suchumi, studierte Ankwab im russischen Rostow am Don und brachte es in der Georgischen SSR bis zum Vizeinnenminister. 1992/93 Innenminister im »souveränen« Abchasien, hatte er sich bis 2000 nach Moskau zurückgezogen. Wie die meisten Abchasier besitzt er auch einen russischen Pass. Ab 2005 Ministerpräsident und seit Februar 2010 Vizepräsident Abchasiens, überlebte Ankwab in dieser Zeit vier Attentate. Zuletzt wurde sein Haus vor einem Jahr mit einem Granatwerfer beschossen. Seine Wähler hoffen, dass er nun mit harter Hand Ordnung schafft im Land, das unter Korruption und Stagnation leidet. Mancher vergleicht Ankwab bereits mit Wladimir Putin in dessen erster Amtszeit als Russlands Präsident.

Detlef D. Pries

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