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Gerettete BayernLB setzt auf Mittelstand

EU-Einigung über Staatsanleihen weiter offen

Nach den Milliardenverlusten der Vergangenheit will die BayernLB ihr Geld bodenständig und risikoarm verdienen. Offen ist die Frage nach der Zukunft, die Verhandlungen mit der EU sind zäh.

München (dpa/ND). Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und die Kosten für Bankenabgaben drücken auf den Gewinn der BayernLB. Dennoch ist die einst mit Steuermilliarden gerettete Landesbank in ihrem Kerngeschäft weiter gut unterwegs und verdient etwa mit der Unternehmensfinanzierung und dem Mittelstandsgeschäft Geld. »Sechs Quartale in Folge mit schwarzen Zahlen zeigen, dass die BayernLB mit ihrer Neuausrichtung auf dem richtigen Weg ist«, teilte Vorstandschef Gerd Häusler am Montag in München mit. Allerdings trägt die Bank noch an Altlasten, die das Ergebnis empfindlich drücken. Offen ist, wann die EU eine Entscheidung über die Auflagen für die milliardenschweren Staatshilfen fällt – und welche Folgen dies für die Bank haben wird.

Ursprünglich hatte die BayernLB darauf gehofft, dass Brüssel noch vor der Sommerpause entscheidet, dann zumindest, dass eine Einigung im Grundsatz steht. Inzwischen rechnet Finanzchef Stephan Winkelmeier zwar mit einer »zügigen Einigung«, auf einen Zeitraum wollte er sich aber nicht festlegen.

Vor Steuern verdiente die BayernLB im zweiten Quartal rund 95 Millionen Euro und damit fast 70 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr summiert sich das Ergebnis vor Steuern auf 244 Millionen Euro – nur etwa halb soviel wie vor einem Jahr.

Dabei wurde der Gewinn spürbar von Altlasten gedrückt. Für die Bankenabgabe in Ungarn und in Deutschland musste die BayernLB rund 88 Millionen Euro auf den Tisch legen, Währungsgeschäfte aus der Vergangenheit belasteten das Haus mit 78 Millionen Euro. Zudem wurde der Wert der noch verbliebenen griechischen Staatsanleihen um 79 Millionen Euro nach unten korrigiert. Die Trendwende sei dennoch geschafft, sagte Häusler.

Die Opposition im Landtag erinnert daran, dass die Bank für den Steuerzahler weiter vor allem ein Kostenfaktor bleibt und fordert eine rasche Einigung mit der EU.

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